Mobi-Video: SHUT DOWN G20! SHUT DOWN THE HARBOUR!

7. Juli 2017, Hamburg-Wilhelmsburg: zum G20 die Logistik des Kapitals lahmlegen!

Alle Infos unter:
http://www.shutdown-hamburg.org

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Kantine3000: »Frau Doktor liest Gisela Elsner«

21. JUNI | 19 UHR | ROTE FLORA
Gisela Elsner wuchs in einer großbürgerlichen Industriellenfamilie in Nürnberg auf. Sie studierte Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaften in Wien und lebte im Anschluss als freie Schriftstellerin.
In ihrem Werk verarbeitet sie ihre Erfahrungen in der (post)faschistischen Bundesrepublik sowie ihre Opposition gegen alles Bürgerliche. Ihr satirischer Blick auf die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft sorgte ihrerzeit für viel Aufsehen.
Ihr Leben lang litt sie unter dem Zweispalt zwischen ihrer bürgerlichen Herkunft und der genannten Opposition. Eine Mischung aus wirtschaftlichen Problemen, literarischer Erfolglosigkeit sowie sozialer Isolation veranlasste sie 1992 ihrem Leben durch einen Sprung aus dem Fenster ein Ende zu setzen.
In diesem Jahr wäre Gisela Elsner 80 Jahre alt geworden.

An diesem Abend wird Frau Doktor aus dem erst 2007 veröffentlichten Roman „Heilig Blut“ lesen, den der Verbrecher Verlag im Zuge einer Werkausgabe verlegte. Der Verlag beschreibt wie folgt:
„Dieser Roman ist eine Rarität, denn zu Lebzeiten der vor 15 Jahren verstorbenen Gisela Elsner erschien „Heilig Blut“ nur in russischer Übersetzung. Dabei war eine Publikation des Romans geplant, doch Auseinandersetzungen zwischen der Autorin und ihrem damaligen Verlag verhinderten letztlich ein Erscheinen des Textes. Diese Ausgabe, die von der Germanistin Christine Künzel nach dem Manuskript letzter Hand herausgegeben wird, ist also eine deutsche Erstveröffentlichung.
In „Heilig Blut“ nimmt Elsner die national geprägte Jägerkultur aufs Korn. Ältere Herren nehmen den Sohn eines erkrankten Kameraden mit in ihre Jagdhütte, um ihn das Leben zu lehren – eine Geschichte mit tödlichen Folgen. Wie stets nimmt sich Gisela Elsner auch in „Heilig Blut“ die Zeit, um deutsche Gemütlichkeit in ihrer ganzen Grauenhaftigkeit zu zeigen.“ (Verbrecher Verlag)

Frau Doktor wohnt in Leipzig ist seit rund 10 Jahren als Polittunte unterwegs. In ihren Bühnenshows kritisiert sie die Heteronormativität der Gesellschaft, die einengend auf die Entfaltungsmöglichkeit der Menschen einwirkt.


[Veranstaltung bei Facebook]

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»In Städten mit Häfen haben die Menschen noch Hoffnung«

»In Städten mit Häfen haben die Menschen noch Hoffnung«
Die Logistik des Kapitals lahmlegen

Wenn Anfang Juli 2017 die Vertreter*innen der 19 größten Industrienationen und der Europäischen Union in Hamburg zu Gast sind, werden sie von einer Vielzahl von Protestaktionen und zehntausenden Demonstrant*innen empfangen. Das finden wir gut und richtig. Es ist nichts verkehrt daran, brutale Schweine wie Erdogan, Trump oder Putin auch als solche zu bezeichnen und unsere klare Gegnerschaft zu ihren jeweiligen politischen Projekten und Weltordnungsambitionen deutlich zu machen. Gerade in einer Zeit, in der es nur noch die Wahl zwischen autoritärem Nationalismus und neoliberaler Technokratie zu geben scheint, muss jede sich bietende Situation genutzt werden, um auf unsere grundsätzlich abweichenden Vorstellungen von gesellschaftlicher und ökonomischer Organisation hinzuweisen.

Doch mit dem Fokus auf die besonders Reaktionären geht auch die Gefahr einher, dass unsere Kritik als bloßes Rumgemäkel am Handeln einzelner Staatslenker*innen erscheint. Im schlimmsten Fall kann die Bundesregierung die massive Kritik am genannten Trio des Grauens – Erdogan, Trump, Putin – dafür nutzen, sich selber in Hamburg als humane, weltoffene und vernünftige Variante kapitalistischer Herrschaft darzustellen. Kurzum: Wir haben wenig Lust, unsere mit 95 % der Deutschen geteilte Ablehnung Donald Trumps Anfang Juli auf der Straße zu inszenieren. Wir möchten keine andere Regierung der Welt einfordern – sondern die Aufmerksamkeit, die an diesen Tagen auf Hamburg liegen wird, für etwas nutzen, das eine Alternative zum üblichen Gipfel-Geplänkel darstellt. Wir wollen uns weder an den Verwalter*innen der herrschenden Ordnung abarbeiten, noch uns in den Resten der globalisierungskritischen Bewegung verlieren, die ihre besten Tage längst hinter sich hat. Unser Alternativvorschlag lautet: Gehen wir da hin, wo es weh tut! Auf zum Hamburger Hafen!

Warum ausgerechnet der Hafen?

Am Beispiel des Hamburger Hafens zeigt sich exemplarisch, was derzeit genau im Argen liegt: Er ist das Symbol einer Stadt, die sich gerne mit Weltoffenheit schmückt und gleichzeitig Vorreiterin bei Abschiebungen nach Afghanistan ist. Migrant*innen kommen über den Hafen ins Land, der gleichzeitig Ausbeutungsstätte von zahlreichen Arbeiter*innen ohne Papiere oder Arbeitserlaubnis ist.
Vom Hamburger Hafen aus werden Luxusgüter aus sogenannten »Billiglohnländern« importiert und deutsche Waffen zu autoritären Regimen exportiert. Der Hafen ist die Schnittstelle von Atomtransporten und Schauplatz von Schwerindustrie und Elbvertiefung. Letzteres kollidiert nicht nur mit dem ökologischen Gleichgewicht, sondern auch massiv mit den Bedürfnissen der Anwohner*innen vor Ort. Ebenso steht der Hafen symbolisch für eine Entwicklung, die Menschen durch Automatisierung und Digitalisierung zunehmend überflüssig macht – der Interessengegensatz von Kapital und Lohnabhängigen zeigt sich hier in zugespitzter Form. Die Klassenkämpfe, die dort regelmäßig stattfinden, treten immer wieder in Protesten der Hafenarbeiter*innen gegen Privatisierungen und prekäre Beschäftigungsverhältnisse nach außen.

Dabei ist der Hamburger Hafen mehr als eine materielle Infrastruktur. Er selbst ist Ausdruck eines sozialen Verhältnisses. Wenn die verschiedenen Akteur*innen dort nicht ihre Aufgaben erledigen, kann er seiner Aufgabe insgesamt nicht mehr gerecht werden.

Darüber hinaus ist der Hamburger Hafen eines der wichtigsten Zentren für den Warenumschlag in Deutschland. Wenn der Hafen still steht, steht der Wirtschaftsstandort Hamburg still. Es müssten schon eine Menge Schaufensterscheiben zerdeppert und jede einzelne Mülltonne in Hamburg angezündet werden, um einen Druck aufzubauen, der sich bereits mit der einstündigen Blockade einer Zufahrtsstraße erzielen ließe.
Wenn wir den Kapitalismus, den wir hassen und dem wir gleichzeitig oft ohnmächtig ausgeliefert sind, angreifen wollen, dann ergibt es Sinn, sich an den logistischen Schlüsselpunkten dieses Systems zu orientieren.

Die Logistik des Kapitals lahmlegen…

Logistik befasst sich mit der Planung, Steuerung und der Optimierung von Güter-, Informations- und Personenströmen. Sie gehört seit jeher zum Kapitalismus und gewinnt seit den späten 1950ern immer größere Bedeutung. Erst durch die Logistik wird die örtliche Zergliederung der Produktionsstätten entsprechend Lohnstückkosten, Verfügbarkeit von Rohstoffen oder spezialisierten Industrien ermöglicht. Auch werden komplette Warenlager auf die Straße oder wahlweise das Meer verlagert: Die moderne Fabrik ist entgrenzt und überall.
Grundlegende Voraussetzung für diese Entwicklung ist der technische Fortschritt mit kapitalistischem Zweck, der durch die Fähigkeit zur Verarbeitung großer Informationsströme eine besonders flexible und bedarfsentsprechende Verteilung der Produktionskomponenten ermöglicht. Oder – am Beispiel des Computer Terminals Altenwerder im Hamburger Hafen – Wertschöpfungsketten fast gänzlich ohne menschliche Arbeit organisieren kann.

So trägt Logistik auch zum Zerfall der Arbeiter*innenmacht bei: Kapitalakkumulation ist durch Logistik flexibler geworden – die Arbeiter*innen sind es jedoch nicht. Gerade der hochtechnisierte Kapitalismus bedarf immer weniger menschlicher Arbeitskraft und schafft immer größere Mengen an »nicht Verwertbaren«, die der bloßen Elendsverwaltung der im Abbau begriffenen Sozialstaaten überlassen bleiben. So eignet sich die hypermoderne Infrastruktur des Hamburger Hafens auch als Symbol für die immer grausamere kapitalistische Verwertung im Rahmen der Globalisierung.

Die hochgradig optimierten und extrem zeitsensiblen logistischen Knotenpunkte sind aber auch eine Schwachstelle im Produktions- und Distributionsprozess. Diese eröffnet eine mögliche Handlungsperspektive für eine radikale Linke: Auch mit Wenigen können diese Prozesse empfindlich gestört werden. Das greift zwar nicht die Vereinzelung auf, aber kann ein Versuch sein, Handlungsmöglichkeiten innerhalb der gegebenen politischen Situation aufzuzeigen.

Dennoch bleibt die Aktion – so ehrlich müssen wir sein – ebenso symbolisch wie der Sturm auf die Rote Zone. Weder haben wir Anfang Juli, noch in den Monaten danach, die Handlungsmacht eine echte Bedrohung für die kapitalistische Verwertung im Hafen zu werden oder eine wirkliche politische Alternative auf die Tagesordnung zu setzen. Eine solche Handlungsmacht werden wir aber – ganz unabhängig vom gewählten Symbol – auch nicht über Gipfelproteste erreichen. Dazu bedarf es eines unermüdlichen, kontinuierlichen und gemeinsamen Kampfes in Schulen, Stadtteilen, Universitäten und auf der Arbeit, den wir vor und nach dem Gipfel – mal mehr und mal weniger erfolgreich – geführt haben und führen werden. Massenhafte symbolische Gipfelaktionen stehen aber nicht im Widerspruch zu dieser Arbeit, sondern können sie ergänzen und verstärken.
Die Aktion im Hafen ist unser Angebot für die Gipfelproteste, das über eine verkürzte Kritik an den Elendsverwalter*innen hinaus geht und sich um die Weiterentwicklung eines zeitgemäßen Antikapitalismus bemüht.

…und das Tor zur Welt stürmen!

Im besten Fall schaffen wir es Anfang Juli mit all den verschiedenen Aktionen im Rahmen des Hamburg City Strike unserer kollektiven Ablehnung der herrschenden Ordnung, unserer Wut und Verzweiflung über das kapitalistische Elend, aber auch unserem Begehren nach einer solidarischen, bedürfnisorientierten Gesellschaft kraftvoll Ausdruck zu verleihen. Daher mobilisieren wir gemeinsam mit dem kommunistischen Bündnis …ums Ganze! und der europaweiten Vernetzung Beyond Europe am 07.07.17, dem Aktionsfreitag in den Hamburger Hafen.
Während sich Hamburg als modernes, nachhaltiges Tor zur Welt inszeniert und gleichzeitig Obdachlose aus der Innenstadt vertreibt, Refugees abschiebt, eine Hafencity bauen lässt und die Elbe vertieft werden wir am Hafen als Symbol der Stadt Hamburg unsere klare Ablehnung des allgemeinen kapitalistischen Normalvollzuges demonstrieren.

Wir möchten alle einladen, sich dieser Aktion anzuschließen oder eigene zu starten. Lasst uns diesen Tag für den Versuch nutzen, gemeinsam den reibungslosen Ablauf des Kapitalismus zu stören und auf das ganz Andere hinzuweisen: Eine Gesellschaft der Solidarität, in der alle haben, was sie brauchen. Eine Gesellschaft, in der alle so leben können, wie sie wollen, ohne Angst haben zu müssen – und nicht nur das zählt, was Profit bringt.

Schließt euch mit Freund*innen zusammen, beteiligt euch mit eigenen Ideen am Hamburg City Strike und überzeugt andere: auf der Arbeit, in der Uni, im Stadtteil. Die solidarische Gesellschaft jenseits der organisierten Traurigkeit des Kapitalismus könnt ihr nicht bei der Bundestagswahl ankreuzen und nicht bei Facebook liken – wir können sie nur gemeinsam erkämpfen!

Gruppe für den organisierten Widerspruch, Juni 2017

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3-2-1 GO! Kick-Off für die Aktionen gegen G20

17. JUNI | 11:00 UHR | ROTE FLORA

3-2-1 GO! Kick-Off für die Aktionen gegen G20

11 – 12 Uhr. Auftakt (Aktionsüberblick)

12: – 16 Uhr AG-Arbeitsphase.

16 – 20 Uhr Podium zu „Gipfel der Repression“ und „Gipfel des Widerstands

Knapp 3 Wochen vor dem Beginn des G20-Gipfels in Hamburg ist dieses Treffen ein Kick-Off für die Aktionen gegen G20. Es gibt einen Überblick über die Planungen für die Protestwoche (30.06. – 09.07.). Im Anschluss ist eine längere Arbeitsgruppenphase eingeplant, in der die aus den vorangegangenen Aktionskonferenzen entstandenen AGs den Stand ihrer Aktionsplanungen präsentieren.

Abschließend gibt es noch zwei Podiumsdiskussionen zu „Gifpel der Repression“ und „Gipfel des Widerstands“ und eine gemeinsame Abschlussparty. Kommt am 17.6. vorbei, bringt euch ein!

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Shut Down The Logistics of Capital

15. JUNI | 18:00 UHR | CAFE KNALLHART (UNIVERSITÄT HAMBURG)

Die Kriegskunst des Kapitals. Zur Rolle der Logistik bei den Protesten gegen den G20-Gipfel

Der G20-Gipfel in Hamburg Anfang Juli wirft seine Schatten voraus. Neben den altbekannten Verwalter*innen des Neoliberalismus, werden auch Trump, Erdoğan, Modi und Putin kommen – selten war die Quote autoritärer Gipfelteilnehmer*innen so imposant.
Dennoch mobilisieren wir mit dem kommunistischen „ums Ganze!“ Bündnis und Beyond Europe nicht an die Zäune der Politiker*innen, sondern in den Hamburger Hafen, Deutschlands „Tor zur Welt“. Denn in Hamburg tagt der G20-Gipfel und wird vermeintliche Krisenlösungen autoritär-populistische Zuschnitts, neoliberaler Weiterverwaltungen oder linksliberaler Steuerversuche zur Schau tragen und, so oder so, an der alltäglichen Armut, Ausbeutung und Abschottung kaum etwas ändern. Wir meinen, dass es dagegen eine Kritik braucht, der es ums Ganze geht.
Unter dem Slogan „Shut down the Logistics of Capital“, soll das Kapital da getroffen werden wo es ihm wirklich weh tut: In seiner Logistik. Doch was ist das überhaupt? Ist es nicht gut, dass wir alles was wir wollen, uns innerhalb kürzester Zeit von überall liefern lassen können? Warum sollten sich gerade hier neue, erfolgversprechende Möglichkeiten für (Arbeits-)Kämpfe bieten? Und was hat das überhaupt mit den G20 zu tun?

[Veranstaltung bei Facebook]

01. JUNI | 19:30 UHR | INFOLADEN WILHELMSBURG

Die Kriegskunst des Kapitals. Zur Rolle der Logistik bei den Protesten gegen den G20-Gipfel

Der G20-Gipfel in Hamburg Anfang Juli wirft seine Schatten voraus. Neben den altbekannten Verwalter*innen des Neoliberalismus, werden auch Trump, Erdoğan, Modi und Putin kommen – selten war die Quote autoritärer Gipfelteilnehmer*innen so imposant.
Dennoch mobilisieren wir mit dem kommunistischen „ums Ganze!“ Bündnis und Beyond Europe nicht an die Zäune der Politiker*innen, sondern in den Hamburger Hafen, Deutschlands „Tor zur Welt“. Denn in Hamburg tagt der G20-Gipfel und wird vermeintliche Krisenlösungen autoritär-populistische Zuschnitts, neoliberaler Weiterverwaltungen oder linksliberaler Steuerversuche zur Schau tragen und, so oder so, an der alltäglichen Armut, Ausbeutung und Abschottung kaum etwas ändern. Wir meinen, dass es dagegen eine Kritik braucht, der es ums Ganze geht.
Unter dem Slogan „Shut down the Logistics of Capital“, soll das Kapital da getroffen werden wo es ihm wirklich weh tut: In seiner Logistik. Doch was ist das überhaupt? Ist es nicht gut, dass wir alles was wir wollen, uns innerhalb kürzester Zeit von überall liefern lassen können? Warum sollten sich gerade hier neue, erfolgversprechende Möglichkeiten für (Arbeits-)Kämpfe bieten? Und was hat das überhaupt mit den G20 zu tun?

[Veranstaltung bei Facebook]

02. JUNI | 19:00 UHR | ROTE FLORA

Hamburg City Strike – Veranstaltung zum zentralen G20-Aktionstag

Zeitgleich mit Beginn des G20-Gipfels am Freitag, dem 7. Juli 2017, werden wir uns mit tausenden Menschen auf den Weg machen, blockieren und demonstrieren, uns die Stadt nehmen und ein unübersehbares Zeichen des Widerstands setzen. Die Orte der Ausbeutung und Unterdrückung werden Ziele widerständiger Praxis sein, der Ablauf des Gipfels empfindlich gestört und die Logistik des Kapitals lahmgelegt. Mit dem verbindenden Motto Hamburg City Strike wollen wir zeigen, dass die ganze Stadt zum Austragungsort sozialer Kämpfe wird.

Verschiedene Bündnisse haben für denzentralen Aktionstag massenhafte Proteste und Blockaden angekündigt – u.a. in Schule und Uni, um die Rote Zone und am Hamburger Hafen. Beim Roten Abend wollen wir mit verschiedenen Vorbereitungskreisen ins Gespräch kommen, nach Zielen und Motivationen der jeweiligen Aktionen fragen, erfahren was uns an dem Tag erwartet und gemeinsam diskutieren, wie wir uns solidarisch aufeinander beziehen können.

[DER ROTE ABEND / PROJEKT REVOLUTIONÄRE PERSPEKTIVE]

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Deutschland ist keine Alternative – NIKA Hamburg geht an den Start!

2017 – sowohl bundesweit, als auch in Hamburg nichts als Ärger: die Bundestagswahl, G 20, der Thor Steinar Laden in Barmbek…

…UND DIE AFD IN HAMBURG?

Passt ja auch irgendwie in das rechts-konservative und bürgerliche Hamburg: Schon jetzt kann die Frage gestellt werden, ob in puncto Rassismus die AfD die Hamburger SPD überhaupt noch überholen kann. Ein Blick in die parlamentarische Geschichte der Hamburger Bürgerschaft zeigt, was so alles in dem „Tor zur Welt“ möglich ist: Schill und seine PRO waren von 2001-2003 in der Hamburger Bürgerschaft und im Senat aktiv und mehr als einmal klatschten CDU und FDP als Koalitionspartner, aber auch die SPD Beifall. Das macht deutlich, dass die vermeintliche Liberalität in Hamburg ein Witz ist und reaktionäres, sowie rassistisches Potential zu genüge und seit Jahrzehnten ganz konkret vorhanden ist. Dieses traut sich in der Stadt umso stärker an die Öffentlichkeit, desto unentschlossener ihm die radikale Linke entgegentritt. Daher braucht es eine klare Positionierung!

Für uns in Hamburg ist klar, dass wir der AFD gehörig die Tour vermasseln werden. Hier besteht der Scheißverein unter anderem aus Salonfaschist*innen, bei denen der vermeintliche Rüffel für Björn Höckes antisemitische Holocaustmahnmal-Rede und das Abstrafen vom Rechtsaußen Netzwerker Ludwig Flocken lediglich strategischer Natur sind. Was die AfD in Hamburg inhaltlich will, lassen diverse kleine Anfragen und Statements in der Bürgerschaft erahnen: rassistische Äußerungen, Forderungen nach Auftrittsverboten für politisch unliebsame Bands, Ausfragen von Behörden über zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechts, die Diskreditierung von Stadtteilzentren, die keine Lust haben ihre Räume der AfD zur Verfügung zu stellen und vieles mehr.

BUNDESWEIT…

… scheint es so zu sein, dass die AfD mit ihren einfachen Erklärungen für vermeintliche Sorgen vor „Asylflut“ und „Überfremdung“ dem deutschen Mob endlich wieder das erzählt, was er hören will und die letzten Jahre nur viel zu leise vertreten konnte. Aber damit nicht genug. Anscheinend genügt genau diese reaktionäre und einseitige Weltanschauung völkischer Hardliner*innen wie Frauke Petry und Marcus Pretzell, konservativer Familienfaschist*innen wie Beatrix von Storch oder Hardcore-NSler*innen wie Björn Höcke sogar, um im September 2017 in den Bundestag einzuziehen.

UND DIE „MITTE“…

…ist Teil des Problems und nicht der Lösung. So sorgt die AfD mit ihren Positionen dafür, dass nicht nur der „besorgte Familienvater“ Argumente für seinen Brandanschlag im Dorf findet und die Nobelviertel-Bewohner*innen sich im Recht fühlen gegen die geplante Geflüchteten-Unterkunft zu klagen, auch der gewaltbereite Neonazi sieht sich dadurch als Vollstrecker des „Volkswillens“, wenn er hier in Hamburg Übergriffe und Bedrohungen gegen alles was er nicht zur weiß-heteronormativen Mehrheitsgesellschaft zählt, durchführt.

Ein Dorn im Auge der AfD ist auch alles, was sich nicht im binären Geschlechterkosmos verorten kann oder will. Sie kämpft gegen „Genderwahn und Frühsexualisierung“, damit sie ihr erzreaktionäres Weltbild durchzusetzen kann. Antifeminismus und Genderhass bilden eine zentrale Gemeinsamkeit von bürgerlichen Konservativen und rechtspopulistischer Hetze: im Hass gegen Emanzipation und nicht-heterosexueller Sexualität wird man sich schnell einig. Gleichzeitig wird so getan, als wären Frauenrechte und Gleichberechtigung das zentrale Interesse ihrer „Wertegemeinschaft“. Dabei wird ihre Gleichstellungspolitik für rassistische Diskurse gegen (vermeintliche) Muslime instrumentalisiert und gleichzeitig im Namen der Frauenrechte Asylrechtsverschärfungen eingefordert. Nein, das ist nicht unser Feminismus. Unser Feminismus bleibt antirassistisch!

UND DIE ANDEREN PARTEIEN?

Dass gerade im Vorfeld der anstehenden Bundestagswahl auch andere Parteien an zivilgesellschaftlichen Bündnissen gegen die AfD teilnehmen bzw. diese mitinitiieren, als wäre die AfD Ursprung allen Übels, sollte uns nicht davon ablenken, dass auch die anderen Parteien maßgeblich für Racial-Profiling, rassistisches Klima und die Abschaffung des Grundrechtes auf Asyl verantwortlich sind. Ein Bündnis mit diesen Parteien gegen die AfD ist vollkommen absurd und nichts woran sich emanzipatorische Politik beteiligen kann. Noch deutlicher wird dies, wenn sogar vermeintlich linke Parteien anfangen am rechten Rand Wähler*innen zu fangen und sich dabei inhaltlich auf das gleiche schäbige Level der AfD bewegen.

PACKEN WIR‘S AN!

Dutzende Wahlkampfstände in allen möglichen Vierteln, Veranstaltungen an zentralen Orten, wie dem „Hamburg Haus“ und andere öffentliche Events, wie beispielsweise der Besuch Alexander Gaulands im Rathaus, geben genug Anreize für direkte Interventionen. Dass sich inzwischen in Wilhelmsburg rund um das strategische Zentrum und Wohnhaus von Nicole Jordan, ihrerseits Schatzmeisterin der AfD-Hamburg, und in Bergedorf am „Wasserturm“, einer Immobilie Ludwig Flockens Treffpunkte und Bürgerbüros für die AfD etabliert haben, sollte ebenfalls in den Fokus antifaschistischer Proteste rücken. Unser antifaschistischer Widerstand wird an vielen Orten, zu vielen Zeiten und auf vielen Ebenen sichtbar sein!

Wahltag ist eben nicht Zahltag – egal wie die Bundestagswahl ausgeht, an der Gesamtscheiße wird das nichts ändern. Da müssen wir es schon selber in Hand nehmen! Deutschland ist keine Alternative – nicht hier, nicht woanders und vor allem niemals! Gegen die Festung Europa und ihre Fans!

Nationalismus ist keine Alternative (NIKA) Hamburg, April 2017

Hamburg.NIKA.Mobi

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Auf zur zweiten G20-Aktionskonferenz am 8. / 9. April 2017

„Zeit zu handeln – Vielfältig und Gemeinsam“

Mit frischen Wind in den Segeln – Gemeinsam planen gegen G20!

Von Hamburg bis München, von Barcelona bis Athen, von Toronto bis Sydney bereiten sich Aktivist*innen auf die Proteste zum G20 vor – die ganze Woche vor dem Gipfel wird Hamburg zum Schauplatz vielfältiger Gegenproteste.  Gemeinsam wollen wir den Herrschenden ihre Grenzen aufzeigen und unsere Solidarität  und gesellschaftlichen Alternativen gegen ihre mörderische, kapitalistische Zerstörungspolitik präsentieren, die zu immer neuen Kriegen, der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen, millionenfacher Flucht und globaler Armut führt. Weltweit erstarken reaktionäre und autoritäre Regime und Bewegungen, die die Verschlechterung der Lebensbedingungen für alle weiter forcieren.

Wir laden alle, die sich dem gemeinsam mit uns widerständig und ungehorsam entgegenstellen wollen, vom 8. bis 9. April 2017 nach Hamburg ein, um auf der zweiten Aktionskonferenz unsere Ideen und Vorstellungen auszutauschen und eine gemeinsame Choreographie der Protestaktionen zu planen.

Auf zur zweiten G20-Aktionskonferenz am 8. / 9. April 2017 in Hamburg

Am 7. und 8. Juli 2017 wird in Hamburg der G20-Gipfel stattfinden. Dagegen regt sich breiter gesellschaftlicher Widerstand: Plattformen entstehen, Bündnisse bilden sich lokal, überregional und auch international. Geplant sind bislang ein ‚Gipfel für globale Solidarität‘ (5./6.7.), eine Vorabenddemonstration am 6.7., ein Aktionstag am ersten Gipfeltag (7.7.), mit dem der reibungslose Ablauf des G20-Machtspektakels empfindlich gestört werden soll und eine internationale Großdemonstration am Samstag, den 8. Juli. Eingerahmt werden die Aktivitäten von Protestcamps in der ganzen Stadt, in denen sich die vielen tausend Aktivist*innen aus aller Welt zu gemeinsamen Aktionen versammeln werden.

Vielfältig, bunt und widerständig – ein Rückblick auf die erste Aktionskonferenz

Der Startschuss fiel Anfang Dezember: Zu hunderten kamen Aktivist*innen nach Hamburg, um in die konkrete Vorbereitung gehen. In einer Vielzahl von Arbeitsgruppen wird der lokale Widerstand in den Stadtteilen organisiert, bereiten sich feministische und Jugendgruppen auf Aktionen vor, werden Nachttanzdemonstrationen und Raves, werden Blockaden des Gipfels und des Hafens geplant und eine gemeinsame Choreographie der Proteste diskutiert.

Machen wir mit unserem entschlossenen Widerstand deutlich, dass die selbsternannten Retter*innen der Welt nicht willkommen sind – nicht zum G20 in Hamburg oder anderswo!

Zur Konferenz laden ein:

attac Deutschland; autonome Gruppen; ; Flüchtlingsrat Hamburg, Gängeviertel e.V.; Gegenstrom Hamburg; Gruppe für organisierten Widerspruch Hamburg; Interventionistische Linke; Jolly Roger / Ballkult e.V.; Lampedusa in Hamburg; Recht auf Stadt-Netzwerk Hamburg; St. Pauli selber machen; Ultrà Sankt Pauli; Ums Ganze; Zeckensalon St. Pauli

[Hier gehts zur Aktionskonferenz]

 

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#Hamburg, 10. März: It’s the logistics, stupid?!

#Hamburg, 10. März: It’s the logistics, stupid?!

Für den 10. März ab 20 Uhr laden wir gemeinsam mit Beyond Europe – Antiauthoritarian Platform Against Capitalism zu einer Podiumsdiskussion in der „Roten Flora“ in Hamburg ein. Auf dem Podium: Genoss*innen aus Griechenland von TPTG, die internationale Plattform Transnational Social Strike und das kommunistische …ums Ganze!-Bündnis

Mit dem G20-Gipfel im Juli in Hamburg steht antiautoritären Antikapitalist*innen eine Herausforderung ins Haus. Wir – wie viele andere – haben uns die Frage gestellt, inwiefern es überhaupt Sinn macht, sich an Gipfelmobilisierungen zu beteiligen. Die Anti- bzw. Alterglobalisierungsbewegung hat ihre besten (oder zumindest größten) Tage längst hinter sich. Bei allem Respekt gegenüber dieser Bewegung und was sie alles geleistet hat: Müssen wir wirklich am „Zaun der Mächtigen“ rütteln und uns so selber eine Form von „Stärke“ vorgaukeln? Die derzeitige Krise von Wirtschaft und Politik fällt anscheinend leider auch mit der Krise der radikalen Linken und ihrer Politikformen und Strategien zusammen.

Die gesellschaftlichen Verhältnisse dagegen sind aber kein Stückchen besser geworden – im Gegenteil. Der Neoliberalismus hat sich selbst überlebt und west doch unvermindert fort. Währenddessen übernimmt der globale Rechtsruck Straßen und Parlamente: Hiervon ist auch die personelle Zusammensetzung des G20-Gipfels geprägt. So werden sich in Hamburg Möchtegern-Despoten wie Trump, Erdoğan oder Putin mit den altbekannten Verwalter*innen des Neoliberalismus die Klinke in die Hand geben. Die Entscheidung, solche Gipfel nicht mehr irgendwo in der Pampa, sondern wieder in den Innenstädten zu veranstalten, zeigt deutlich, wie fest die Regierenden meinen im Sattel zu sitzen.Dem inszenierten Showdown zwischen den schlechten Alternativen von autoritärem Neoliberalismus oder nationaler Wende – die sich aller Voraussicht nach eh miteinander arrangieren werden, – gilt es entschlossen entgegenzutreten – und so dieser falsche Entgegensetzung zu entkommen.

Perspektivlos erscheint uns aber eine politische Praxis, die sich auf das Abarbeiten am Staatspersonal beschränkt und – mehr oder weniger weinerlich – die Beschwerde vorträgt, nicht „gut“ regiert zu werden. Der Blick auf die aktuelle griechische Regierung – vor ein paar Monaten noch landauf und ab als utopische Alternative gefeiert – oder auf Podemos in Spanien, zeigt wohin die Reise geht, wenn vor lauter Politiker*innenschelte, die politische Ökonomie, der Alltag und das Leben der Leute aus dem Blick gerät.

Zum G20-Gipfel wollen wir deshalb die Aufmerksamkeit der radikalen Linken auf die Logistik des Kapitals richten. Logistik? Das ist doch dieses Spezi-Thema einiger Polit-Nerds?! Nicht ganz. Auch wir selbst sind zwar noch recht neu auf dem Feld der Logistik. Das soll uns allerdings nicht davon abhalten, die Logistik als Gegenstand einer möglichen antikapitalistischen Strategie zu diskutieren, die bisherige Praxis in diesem Bereich transnational zu beleuchten und die Logistik gerade im Rahmen der G20-Proteste in Hamburg als Schwerpunkt für eine antikapitalistische Praxis vorzuschlagen.

Link zur facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/406134319735977/

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Aktionskonferenz gegen den G20-Gipfel 2017

einladung-konferenzAm 7. und 8. Juli 2017 soll in Hamburg der G20-Gipfel stattfinden. Dagegen entwickelt sich bereits jetzt ein vielfältiger Widerstand: Plattformen entstehen, Bündnisse bilden sich lokal und überregional, erste Aktionen werden durchgeführt… Um dies zusammenzuführen und gemeinsam zu beraten, wie wir dem Ereignis die passende Note verleihen, ist die Aktionskonferenz ein geeigneter Ort. Kommt zahlreich am Wochenende 03./04.12. nach Hamburg und bringt Eure Ideen und Fragen mit. Dann werden die Bilder, die im Juli 2017 um die Welt gehen, ganz andere sein, als sich die Gipfelstrategen dies wünschen.

Wir sind mit zwei Workshops am Start:

Gipfelprotest ist mehr als Gipfelkritik – Das Problem heißt Kapitalismus
Mit Gipfelprotesten ging immer eine deutliche Kritik der herrschenden Verhältnisse einher. Die Positionen reichen von realpolitischen Ansätzen und Reformen gegen die schlimmsten Auswüchse des Kapitalismus bis zur Überwindung des gesamten Systems. Der Workshop soll sich der Frage nähern, wie sich der Zusammenhang von G20 und Kapitalismus denken lässt, wie eine fundamentale Kritik praktisch werden kann und was das für unsere Aktionen gegen den G20-Gipfel 2017 in Hamburg heißt.
Gemeinsam mit den Genoss*innen von PRP, Projekt Revolutionäre Perspektive Hamburg

Have you ever squatted a harbour?
Der Hamburg Hafen ist eine wichtige Drehscheibe des globalen Warenverkehrs. Zwischen Migration, Globalisierung & Arbeitskämpfen, NS-Vergangenheit, Ökologie & darüber hinaus beschäftigt sich dieser Workshop mit den inhaltlichen und praktischen Möglichkeiten, die das ‚Tor zur Welt‘ im Rahmen der Mobilisierung gegen den G20-Gipfel bietet. Lasst uns gemeinsam die Möglichkeiten ausloten, endlich die Logistik des Kapitals lahmzulegen.
Gemeinsam mit den Genoss*innen der Basisgruppe Antifaschismus , Bremen (organisiert im …ums Ganze! Bündnis)

[Hier gehts zur Aktionskonferenz]

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Don’t fight the players, fight the game: Zum G20 die Logistik des Kapitals lahmlegen!

hafen

Hamburg ist ja immer eine Reise wert. Im Juli 2017 gilt das gleich doppelt. Zum einen findet dort als Höhepunkt und Abschluss der deutschen G20-Präsdentschaft der G20-Gipfel statt. Mit Medienrummel, Polizeiparade und allem Drum und Dran. Zum anderen ist Hamburg mit seinem Hafen auch eine wichtige Drehscheibe der deutsche Exportwirtschaft und des globalen Warenverkehrs – und damit die passende Bühne, um Staat und Kapital einen Strich durch die Rechnung zu machen. Denn ein besseres Leben für alle ist von beiden ganz sicher nicht zu erwarten. Wir rufen dazu auf, den G20-Gipfel und die internationale Mobilisierung dagegen zu nutzen, um dort anzusetzen, wo es einer Welt, in der Waren frei über die Weltmeere schippern, während zugleich tausendfach Migrant*innen ertrinken, wirklich wehtun kann.

Bereits jetzt ist klar: Es wird mit den Staats- und Regierungschef*innen der 19 größten Industrienationen und Europa eine Show der Superlative – und von den hochtrabenden Versprechen einer „gerechten Gestaltung der Globalisierung“ wird jedes einzelne gebrochen werden. Mal wieder. Denn der G20-Gipfel ist ein zentraler Ausdruck des politischen Dilemmas des Kapitalismus: Seine Widersprüche werden von der Politik und ihrem Personal nicht wie behauptet gelöst, sondern bloß verwaltet. Das G20-Treffen ist eher kein kollektiver Akteur, sondern ein Spielfeld der Staatenkonkurrenz zwischen den westlichen Nato-Staaten und Russland, zwischen der südeuropäischen Peripherie, die im Rahmen der EU-Mitgliedschaft im G20 auch ein bisschen mitspielen darf, und einem Deutschland, das auch über die Ebene der G20 versucht, die eigene wirtschaftliche und politische Dominanz auszubauen. Und auch die anderen Teilnehmerstaaten sind selbstverständlicher Teil dieser schlechten Gesellschaft: die Türkei, die gerade den Übergang zur offenen Diktatur vollzieht, tausende Menschen mit Repression bedroht oder einkerkert und Krieg gegen die eigene Bevölkerung führt, Brasilien mit seiner neuen ultraneoliberalen und technokratischen Regierung, das Schreckgespenst Trump, das in seinem Wahn selbst noch die neoliberalen Eliten das Fürchten lehrt etc.

Doch je weniger die Politik und ihr Personal den Menschen in Bezug auf die Lösung der großen Krisen unserer Zeit anzubieten hat, sondern im Gegenteil die Barbarisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse weltweit vorantreibt, desto geschäftiger wird politische Handlungsfähigkeit simuliert. Der G20 ist daher – nicht zuletzt auch vor der Bundestagswahl 2017 – vor allem ein Repräsentationsevent, das Legitimation durch Spektakel erzeugen soll. Der massive Versuch einer Einbindung von NGOs und Initiativen im Rahmen des Civic-Prozesses ist Ausdruck davon. Ebenso der Plan, das Gipfel-Programm in der Innenstadt durchzuziehen, um Nähe zu Bürger*innen, Dialog und Interesse an zivilgesellschaftlichen Forderungen zu simulieren. Die Wahl Hamburgs ist kein Zufall, sondern der ideologische Versuch, um den G20-Gipfel mit neuer Legitimität zu versehen. Damit alles so bleibt, wie es ist.

Zugleich eskalieren die zahlreichen, systemisch bedingten Krisen des globalen Kapitalismus munter weiter: Der technologische Fortschritt macht – unter Bedingungen kapitalistischer Produktions- und Eigentumsverhältnisse – nicht die Armut, sondern die Menschen überflüssig. Die Politik verwaltet diesen Krisenprozess, diszipliniert die Über-flüssigen und stellt sich gleichzeitig als Teil einer Lösung dar, die sie aus strukturellen Gründen gar nicht sein kann. Das führt zu Frustration, die sich immer öfter in Rechtsruck, nationalen Abschottungsphantasien, vor denen selbst die Linke nicht gefeit ist, und einer wachsenden reaktionären Opposition zur Globalisierung ausdrückt – was wiederum die Krisenfolgen nur veschärft und emanzipatorische Auswege aus der Krise verstellt. Denn politische Handlungsfähigkeit können die Rechten im globalen Kapitalismus nur im negativen Sinne beweisen – indem sie noch mehr Menschen von fundamentalen Rechten und gesellschaftlichem Reichtum ausschließen, als es der hochtechnisierte Kapitalismus schon aus seiner ökonomischen Dynamik heraus tut.

Die breiten zivilgesellschaftlichen Proteste gegen den Gipfel, die bereits jetzt in ganz Europa geplant werden, stellen die Legitimität der herrschenden Politik zu Recht in Frage. Dafür gebührt ihnen Respekt. Doch in den Appellen für eine „echte Problemlösung, Demokratie und Gerechtigkeit“ verkennen die zivilgesellschaftlichen Proteste oftmals den systemischen Charakter und die strukturellen Grenzen von Politik im globalen Kapitalismus. Damit laufen sie Gefahr, die Illusion einer politischen Handlungsfähigkeit der Nationalstaaten erneut von Links zu befeuern. Auf kurz oder lang gibt es keine emanzipatorische Perspektive innerhalb der Ordnung von Kapital und Nationalstaat. Erst im Moment ihrer Überwindung öffnet sich eine gesellschaftliche Perspektive, die nicht Organisation des Mangels, sondern solidarische Verfügung über den gesellschaftlichen Reichtum ist.

Dagegen ist festzuhalten: Die Selbstorganisierung der Gesellschaft durch die Menschen ist mit der bestehenden Ordnung nicht zu haben. Das geht nur, wenn die Schranken der Nationalstaaten, die Zwänge des kapitalistischen Weltmarkts, des Privateigentums an Produktionsmitteln und das Regime der Reproduktion überwunden werden.

Auch wenn der Plan waghalsig erscheint, die technischen Voraussetzungen dafür sind heute so gut wie nie. Anstatt also weiter auf ein paar mehr Krümel für die zahllosen Überflüssigen des Hightech-Kapitalismus zu hoffen, geht es vielmehr um eine Perspektive jenseits der Bäckerei. Und die werden wir nur erreichen, wenn wir beginnen, sie heute zu entwickeln und grenzübergreifend aufzubauen. Gegen eine Ordnung, in der Krise Normalität und Normalität Krise bedeutet.

Die Chance, die in Hamburg vor uns liegt, ist daher, gemeinsam mit unseren Freund*innen aus ganz Europe und beyond, die G20-Bühne zu nutzen, um mit der Logistik einen Angriffspunkt aufzuzeigen, der über politische Symbolik hinausgeht. Es geht dabei darum, einen Ausweg zu finden, dem Kapitalismus Leben abzutrotzen und sich dem Drift in die völkische wie religiöse Barbarei zu verweigern. Ohne schon zu viel zu verraten: Dieser Weg beginnt nicht mit Appellen an den Staat, sondern mit der grenzübergreifenden Unterbrechung der Logistik des Kapitals selbst. Denn das ist die einzige Sprache, die es versteht. Für etwas Besseres als die Gegenwart.

… ums Ganze!
feat. grow
November 2016

Posted in Grow | Kommentare deaktiviert für Don’t fight the players, fight the game: Zum G20 die Logistik des Kapitals lahmlegen!