Aktionskonferenz gegen den G20-Gipfel 2017

einladung-konferenzAm 7. und 8. Juli 2017 soll in Hamburg der G20-Gipfel stattfinden. Dagegen entwickelt sich bereits jetzt ein vielfältiger Widerstand: Plattformen entstehen, Bündnisse bilden sich lokal und überregional, erste Aktionen werden durchgeführt… Um dies zusammenzuführen und gemeinsam zu beraten, wie wir dem Ereignis die passende Note verleihen, ist die Aktionskonferenz ein geeigneter Ort. Kommt zahlreich am Wochenende 03./04.12. nach Hamburg und bringt Eure Ideen und Fragen mit. Dann werden die Bilder, die im Juli 2017 um die Welt gehen, ganz andere sein, als sich die Gipfelstrategen dies wünschen.

Wir sind mit zwei Workshops am Start:

Gipfelprotest ist mehr als Gipfelkritik – Das Problem heißt Kapitalismus
Mit Gipfelprotesten ging immer eine deutliche Kritik der herrschenden Verhältnisse einher. Die Positionen reichen von realpolitischen Ansätzen und Reformen gegen die schlimmsten Auswüchse des Kapitalismus bis zur Überwindung des gesamten Systems. Der Workshop soll sich der Frage nähern, wie sich der Zusammenhang von G20 und Kapitalismus denken lässt, wie eine fundamentale Kritik praktisch werden kann und was das für unsere Aktionen gegen den G20-Gipfel 2017 in Hamburg heißt.
Gemeinsam mit den Genoss*innen von PRP, Projekt Revolutionäre Perspektive Hamburg

Have you ever squatted a harbour?
Der Hamburg Hafen ist eine wichtige Drehscheibe des globalen Warenverkehrs. Zwischen Migration, Globalisierung & Arbeitskämpfen, NS-Vergangenheit, Ökologie & darüber hinaus beschäftigt sich dieser Workshop mit den inhaltlichen und praktischen Möglichkeiten, die das ‚Tor zur Welt‘ im Rahmen der Mobilisierung gegen den G20-Gipfel bietet. Lasst uns gemeinsam die Möglichkeiten ausloten, endlich die Logistik des Kapitals lahmzulegen.
Gemeinsam mit den Genoss*innen der Basisgruppe Antifaschismus , Bremen (organisiert im …ums Ganze! Bündnis)

[Hier gehts zur Aktionskonferenz]

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Don’t fight the players, fight the game: Zum G20 die Logistik des Kapitals lahmlegen!

hafen

Hamburg ist ja immer eine Reise wert. Im Juli 2017 gilt das gleich doppelt. Zum einen findet dort als Höhepunkt und Abschluss der deutschen G20-Präsdentschaft der G20-Gipfel statt. Mit Medienrummel, Polizeiparade und allem Drum und Dran. Zum anderen ist Hamburg mit seinem Hafen auch eine wichtige Drehscheibe der deutsche Exportwirtschaft und des globalen Warenverkehrs – und damit die passende Bühne, um Staat und Kapital einen Strich durch die Rechnung zu machen. Denn ein besseres Leben für alle ist von beiden ganz sicher nicht zu erwarten. Wir rufen dazu auf, den G20-Gipfel und die internationale Mobilisierung dagegen zu nutzen, um dort anzusetzen, wo es einer Welt, in der Waren frei über die Weltmeere schippern, während zugleich tausendfach Migrant*innen ertrinken, wirklich wehtun kann.

Bereits jetzt ist klar: Es wird mit den Staats- und Regierungschef*innen der 19 größten Industrienationen und Europa eine Show der Superlative – und von den hochtrabenden Versprechen einer „gerechten Gestaltung der Globalisierung“ wird jedes einzelne gebrochen werden. Mal wieder. Denn der G20-Gipfel ist ein zentraler Ausdruck des politischen Dilemmas des Kapitalismus: Seine Widersprüche werden von der Politik und ihrem Personal nicht wie behauptet gelöst, sondern bloß verwaltet. Das G20-Treffen ist eher kein kollektiver Akteur, sondern ein Spielfeld der Staatenkonkurrenz zwischen den westlichen Nato-Staaten und Russland, zwischen der südeuropäischen Peripherie, die im Rahmen der EU-Mitgliedschaft im G20 auch ein bisschen mitspielen darf, und einem Deutschland, das auch über die Ebene der G20 versucht, die eigene wirtschaftliche und politische Dominanz auszubauen. Und auch die anderen Teilnehmerstaaten sind selbstverständlicher Teil dieser schlechten Gesellschaft: die Türkei, die gerade den Übergang zur offenen Diktatur vollzieht, tausende Menschen mit Repression bedroht oder einkerkert und Krieg gegen die eigene Bevölkerung führt, Brasilien mit seiner neuen ultraneoliberalen und technokratischen Regierung, das Schreckgespenst Trump, das in seinem Wahn selbst noch die neoliberalen Eliten das Fürchten lehrt etc.

Doch je weniger die Politik und ihr Personal den Menschen in Bezug auf die Lösung der großen Krisen unserer Zeit anzubieten hat, sondern im Gegenteil die Barbarisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse weltweit vorantreibt, desto geschäftiger wird politische Handlungsfähigkeit simuliert. Der G20 ist daher – nicht zuletzt auch vor der Bundestagswahl 2017 – vor allem ein Repräsentationsevent, das Legitimation durch Spektakel erzeugen soll. Der massive Versuch einer Einbindung von NGOs und Initiativen im Rahmen des Civic-Prozesses ist Ausdruck davon. Ebenso der Plan, das Gipfel-Programm in der Innenstadt durchzuziehen, um Nähe zu Bürger*innen, Dialog und Interesse an zivilgesellschaftlichen Forderungen zu simulieren. Die Wahl Hamburgs ist kein Zufall, sondern der ideologische Versuch, um den G20-Gipfel mit neuer Legitimität zu versehen. Damit alles so bleibt, wie es ist.

Zugleich eskalieren die zahlreichen, systemisch bedingten Krisen des globalen Kapitalismus munter weiter: Der technologische Fortschritt macht – unter Bedingungen kapitalistischer Produktions- und Eigentumsverhältnisse – nicht die Armut, sondern die Menschen überflüssig. Die Politik verwaltet diesen Krisenprozess, diszipliniert die Über-flüssigen und stellt sich gleichzeitig als Teil einer Lösung dar, die sie aus strukturellen Gründen gar nicht sein kann. Das führt zu Frustration, die sich immer öfter in Rechtsruck, nationalen Abschottungsphantasien, vor denen selbst die Linke nicht gefeit ist, und einer wachsenden reaktionären Opposition zur Globalisierung ausdrückt – was wiederum die Krisenfolgen nur veschärft und emanzipatorische Auswege aus der Krise verstellt. Denn politische Handlungsfähigkeit können die Rechten im globalen Kapitalismus nur im negativen Sinne beweisen – indem sie noch mehr Menschen von fundamentalen Rechten und gesellschaftlichem Reichtum ausschließen, als es der hochtechnisierte Kapitalismus schon aus seiner ökonomischen Dynamik heraus tut.

Die breiten zivilgesellschaftlichen Proteste gegen den Gipfel, die bereits jetzt in ganz Europa geplant werden, stellen die Legitimität der herrschenden Politik zu Recht in Frage. Dafür gebührt ihnen Respekt. Doch in den Appellen für eine „echte Problemlösung, Demokratie und Gerechtigkeit“ verkennen die zivilgesellschaftlichen Proteste oftmals den systemischen Charakter und die strukturellen Grenzen von Politik im globalen Kapitalismus. Damit laufen sie Gefahr, die Illusion einer politischen Handlungsfähigkeit der Nationalstaaten erneut von Links zu befeuern. Auf kurz oder lang gibt es keine emanzipatorische Perspektive innerhalb der Ordnung von Kapital und Nationalstaat. Erst im Moment ihrer Überwindung öffnet sich eine gesellschaftliche Perspektive, die nicht Organisation des Mangels, sondern solidarische Verfügung über den gesellschaftlichen Reichtum ist.

Dagegen ist festzuhalten: Die Selbstorganisierung der Gesellschaft durch die Menschen ist mit der bestehenden Ordnung nicht zu haben. Das geht nur, wenn die Schranken der Nationalstaaten, die Zwänge des kapitalistischen Weltmarkts, des Privateigentums an Produktionsmitteln und das Regime der Reproduktion überwunden werden.

Auch wenn der Plan waghalsig erscheint, die technischen Voraussetzungen dafür sind heute so gut wie nie. Anstatt also weiter auf ein paar mehr Krümel für die zahllosen Überflüssigen des Hightech-Kapitalismus zu hoffen, geht es vielmehr um eine Perspektive jenseits der Bäckerei. Und die werden wir nur erreichen, wenn wir beginnen, sie heute zu entwickeln und grenzübergreifend aufzubauen. Gegen eine Ordnung, in der Krise Normalität und Normalität Krise bedeutet.

Die Chance, die in Hamburg vor uns liegt, ist daher, gemeinsam mit unseren Freund*innen aus ganz Europe und beyond, die G20-Bühne zu nutzen, um mit der Logistik einen Angriffspunkt aufzuzeigen, der über politische Symbolik hinausgeht. Es geht dabei darum, einen Ausweg zu finden, dem Kapitalismus Leben abzutrotzen und sich dem Drift in die völkische wie religiöse Barbarei zu verweigern. Ohne schon zu viel zu verraten: Dieser Weg beginnt nicht mit Appellen an den Staat, sondern mit der grenzübergreifenden Unterbrechung der Logistik des Kapitals selbst. Denn das ist die einzige Sprache, die es versteht. Für etwas Besseres als die Gegenwart.

… ums Ganze!
feat. grow
November 2016

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THE COMMUNIST‘S GUIDE TO TECHNOLOGY

Anlässlich des »..ums Ganze!«-Kongress »reproduce (future) – Digitaler Kapitalismus und kommunistische Wette« in Hamburg haben wir »The Communist`s Guide To Technology« herausgebracht – einen kleinen Wegweiser zur Rolle von Technik im Kapitalismus.

Wir verfügen weder über die Mittel noch das Know-How zum Bau eines Supercomputers, der uns ein für allemal die Antwort auf die große Frage nach dem Sinn des Lebens, dem Universum und allem Übrigen beantwortet – und versuchen daher erst einmal heraus-zufinden wie denn eigentlich die Frage lautet.

Mit dieser kommentierten Literaturliste wollen wir die Möglichkeit bieten, die Themenfelder Technologie & Kapitalismus, Digitalisierung & die Linke im Anschluss an den Kongress – oder unabhängig von ihm – zu vertiefen: Allein, in der WG oder der Politgruppe.

Viel Spaß, neue Erkenntnisse & don‘t panic,
herzlichst,
Gruppe für den organisierten Widerspruch | Hamburg

asfafggwee

(Zum Download der PDF-Datei auf das Bild klicken oder hier)

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…ums Ganze! Kongress #4 – »Digitaler Kapitalismus und kommunistische Wette«

plakat

24-11-2016 – 26-11-2016

Alle Infos und Referent*innen auf: techno.umsganze.org (Kongress Website)

Zwei Dinge sind zur Gewissheit geworden: Erstens ist Anfang der 1970er Jahre mit der ‚Erschöpfung‘ des Fordismus und dem Aufstieg von Finanzkapitalismus und Neoliberalismus sowie der mikroelektronischen Revolution „etwas passiert“. Anscheinend ist ein Ereignis im starken Sinne eingetreten, d.h. ein grundlegender gesellschaftlicher Umbruch, wenn auch _innerhalb_ des Kapitalismus. Es ist ein Umbruch, dessen Umfang noch unklar ist und der daher zunächst durch den Platzhalter eines „Post-“ markiert wurde: Post-Fordismus, Post-Demokratie, Post-Moderne. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe positiver Begriffe: Digitalisierung, Industrie 4.0., Wissenskapitalismus. Die Bedeutung dieses Umbruchs bleibt aber umstritten. Er hat beides mit sich gebracht, neue Formen der Herrschaft wie des Widerstandes, der Produktivkräfte wie der Krisen – und damit der Krisenpolitik. Mehr noch, seit der Finanzkrise von 2007 und dann noch einmal 2011ff. mit der ‚Rückkehr des Politischen‘ im Zuge der Besetzungen der Plätze rund um den Globus gibt es zweitens sogar das Gefühl, dass erneut ein Umbruch ansteht, auch wenn sich die daran geknüpften Hoffnung eines Aufbruch zerschlagen haben. Jedenfalls gibt es eine anhaltende Krisenanfälligkeit des Finanzkapitalismus und eine Delegitimierung des Neoliberalismus. Aber beide gehen unvermindert weiter, wir befinden uns in einer eigentümlichen Situation des rasenden Stillstands.

Es gibt einen Begriff, der sowohl die Erschöpfung des klassischen Industriezeitalters als auch der Aufstieg neuer Formen in Ökonomie und Politik berührt. Es ist der Begriff der Technik. Technik ist umfassend zu verstehen. Es gibt neue Techniken des Ökonomischen (Finanzmarktkapitalismus, Derivate etc.) mit neuen Formen der Arbeit. Es gibt neue Techniken des Politischen ( „Techniken des Selbst“, Postdemokratie, Austeritätspolitik), auch aufseiten der radikalen Linken (vor allem in der Anrufung des Politischen selbst: nicht-repräsentativer Formen des Gemeinsamen, die Besetzung der Plätze). Und es gibt eine neue Technik im engen Sinne, nämlich die universelle Rechenmaschine Computer, sowie, in ihrer Folge, die Digitalisierung der Welt, mit ihren Wirkungen für das genannte Ökonomische und Politische, für das Soziale und das Kulturelle, das Subjekt und die Geschlechterverhältnisse. Kurz: die Gesellschaft stellt sich nicht mehr nach dem Bild der Dampfmaschine her, aber auch nicht mehr nach dem Bild des Fließbandes, sondern nach dem Bild der universellen Rechenmaschine, der Datenverarbeitung und der Vernetzung.

Die Digitalisierung scheint uns ein dominantes Moment der derzeitigen Veränderungen darzustellen. Sie ermöglicht neue Automatisierungsschübe und ist als Informationstechnologie zugleich eine Metatechnologie, die die Rekombination vorhandener Technologien zu neuen technologischen Systemen erlaubt. Mit „dem Digitalen“ ist die gesamte Technologie des Digitalen gemeint. Entscheidend ist, das sie nicht neutral ist. Die Technik ist etwas Gesellschaftliches, und das gilt ‚analog‘ für das Digitale. Unser Ausgangspunkt muss daher zunächst dessen kritische Bestimmung sein. Diese Kritik muss nicht nur diejenige radikale Kritik, die es an der kapitalistischen Produktionsweise überhaupt zu formulieren gilt, am Digitalen genauer ausweisen. Vielmehr ist zu zeigen, dass die kapitalistische Produktionsweise selbst eine Technik ist, eine Technik der Freisetzung der Produktivkraft und ihrer Steigerung, eine Technik der Produktion und der Verwertung, eine Technik der Ausbeutung, der Herrschaft und der Aneignung.

Die Reproduktion des Kapitalismus, und vor allem die Aktualisierung und Erweiterung seiner Reproduktion durch all die Bereiche, die zu dieser Reproduktion dazugehören, vollzieht sich durch die Technologien des Digitalen. Mit ihr tauchen dieselben gegensätzlichen Positionen innerhalb der Kapitalismuskritik wieder auf: Müssen wir die Technik von den kapitalistischen Verhältnissen und Zwecken ihrer Anwendung befreien, um ihr Potenzial für die Verwirklichung einer andere Gesellschaft zu nutzen? Oder ist Technik an sich schon eine Form der Herrschaft und muss deswegen zerstört werden? Sind wir, weil sich die kapitalistische Gesellschaft durch die neue Technologien rekonstituiert und erweitert reproduziert, dazu verdammt, auch unsere Kritiken lediglich zu aktualisieren? Auch um diesen Wiederholungszwang muss es auf dem Kongress gehen.

 

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Kantine3000 feat. Kay Sokolowsky – »Die Zukunft war gestern«

kantine

16. NOVEMBER | 19 UHR | ROTE FLORA

Zwei Jahre lang stellte der Hamburger Autor Kay Sokolowsky in der Zeitschrift „Konkret“ Klassiker der Science-Fiction-Literatur vor. Die Resonanz auf seine Serie wuchs von Folge zu Folge. Offenbar gibt es viele Menschen, die von Science Fiction mehr erwarten als Lichtschwerter oder Raumschiffschlachten. Nämlich die ernsthafte Erforschung anderer Welten. Aussichten auf Tage, in denen die Menschheit sich um höhere Werte bemühen wird als den Shareholder-value. Utopien.
Im Rahmen unserer Kantine3000 erzählt Sokolowsky, was ihn an Science Fiction seit seiner Kindheit fasziniert und was „Star Wars“ von „Star Maker“ unterscheidet. Gemeinsam mit dem Schauspieler Jörg Pohl (Thalia-Theater) präsentiert er fünf Meisterwerke der wissenschaftlich-spekulativen Dichtung – von Olaf Stapledon über Ursula K. Le Guin bis Iain Banks. Fünf phantastische Souvenirs aus einer Zeit, als die Zukunft nicht im Dax-Index stand. Sondern irgendwo zwischen den Sternen.

[Veranstaltung bei Facebook]

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Drei Jahre GROW – Konzert & Party

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28. OKTOBER | 21 UHR | HAFENKLANG

Liebe Genoss*innen, liebe Freund*innen und Unterstützer*innen,
eure liebste postautonome Splittergruppe, bekannt aus Boulevardmedien und Facebook-Timelines, gibt sich die Ehre: wir feiern Geburtstag! Drei Jahre Gruppe für den organisierten Widerspruch (Grow), drei Jahre Katzen-Gifs und Einhornsticker, drei Jahre Bullenwagen klauen und Adorno rezitieren.

***

21 Uhr – 00 Uhr Konzert mit:

AMK (Rap | Dortmund)

Linke Spieszer (Punkcover | HH)

Oidorno (Diskurs-Oi | HH)

***

ab 0 Uhr Party auf zwei Floors mit:

Mo&Mar (entropie)
https://soundcloud.com/moundmar

POWER SUFF GIRLS (grILLs)
https://soundcloud.com/powersuffgirls

Lucinee (reclaim it all)
https://soundcloud.com/lucinee

***

Popkulturelle Referenz. (Pop, Punk, HipHop)

DJ Partigiano (HipHop)

svee[t]jay (80s/90s)

***

Eintritt 5€, ab 00 Uhr 7€

[Veranstaltung bei Facebook]

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»Keine Zukunft ist auch keine Lösung« – feat. TOP B3rlin

future

21. OKTOBER | 19 UHR | ROTE FLORA

»Keine Zukunft ist auch keine Lösung«
Digitalisierung und Kommunismus – eine Einführung mit TOP B3RLIN

Wir könnten uns als Kommunist*innen ja mal wieder mit Technologie
beschäftigen: Whatever 2.0 ist längst Geschichte und wir Linken sind
meistens noch immer eher so Windows 98. Dabei haben viele Bereiche
unseres Lebens mit digitalen Technologien zu tun. Eigentlich fast alle.
Von Facebook bis Blutzuckerspiegelmessung und von Online-Versand bis
Vorratsdatenspeicherung, vom Self-Service im Supermarkt bis zum
Roboterarm bei Daimler, von Netflix über Parship bis zur
Online-Plattform der Agentur für Arbeit – ob wir wollen oder nicht,
kaum ein Lebensbereich, der nicht digitalisiert, ausgewertet,
umgekrempelt, neugebaut wird. Statt damit aber der Utopie eines freieren
Leben näherzukommen, wie uns die Propheten des Silicon Valley noch immer
zurufen, bleibt die Welt, in der wir leben, eine der Gängelung und des
Arbeitszwangs, der verschärften Kontrolle und unerbittlichen
Selbstoptimierung. Wetten auf die Gewinnträchtigkeit der Zukunft werden
in Echtzeit verwaltet und in die Gegenwart implementiert – das Kapital
zirkuliert schneller und dringt zugleich bis in die scheinbar intimsten
Bereiche unserer Existenz ein.

Ein Zurück gibt es allerdings nicht, schon allein deshalb, weil auch das
Gestern für die Allermeisten ziemlich scheiße war: Keine Zukunft ist
eben auch keine Lösung. Es gibt aber auch deshalb kein Zurück, weil wir
die andere Welt – den Kommunismus – nur ausgehend von der Welt, in der
wir leben und miteinander interagieren, überhaupt erringen und errichten
können: Sie gilt es zu verstehen.

Zur Vorbereitung auf *Reproduce(future) – 4. ums Ganze! Kongress – Digitaler Kapitalismus und kommunistische Wette*, der vom 24.- 26. November in Hamburg stattfindet, wollen wir an Beispielen zeigen, wie und wo alte Spannungen und Widersprüche des Kapitalismus sich durch die Techniken des Digitalen reproduzieren. Und wir wollen mit Euch diskutieren, wo eine kommunistische Kritik ansetzen muss, wie wir mit ihr endlich die Maschinen – und damit uns – vom Kapitalismus befreien können.

Als Auftakt der Flora Geburtstagswoche wollen wir im Anschluss bei einem Kneipenabend gemütlich zusammen sitzen.
Wir freuen uns auf euch!

[Veranstaltung bei Facebook]

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Kantine3000 Spezial »Irgendwo in Deutschland«

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20. OKTOBER | 19 UHR | ROTE FLORA

KANTINE3000, das monatliche Kulturgedöns mit Barabend in der Roten Flora, bietet euch im Oktober wegen des grossen Erfolgs wieder einmal eine KANTINE3000 Spezial.

Am Donnerstag (!) den 20. Oktober sind Katharina König und Caro zu Gast und berichten vom aktuellen Stand des NSU-Prozess und von der Kampagne #irgendwoindeutschland

»Irgendwo in Deutschland: Der NSU und die rassistische Mobilisierung«

Gesamtgesellschaftlicher Rassismus zieht sich als roter Faden durch den NSU-Komplex. Mundlos, Zschäpe und Böhnhardt mordeten unterstützt durch ein Neonazi-Netzwerk, die Behörden ermittelten rassistisch, die Medien berichteten entsprechend. Den Hintergrund bildete eine von Rassismus durchzogene Gesellschaft, in der die Rede von „Döner-Morden“ unwidersprochen angenommen wurde.

Auf diesen gesellschaftlichen Zusammenhängen agierte der „Nationalsozialistische Untergrund“. Er entstand dementsprechend auch nicht im luftleeren Raum. Er ist eingebunden in eine Geschichte des rechten Terrors und rassistischer Pogrome in Ost- und Westdeutschland. Während der völkisch-rassistischen Mobilisierung der 90er Jahren wurden diejenigen Neonazis politisiert, aus denen später der „Nationalsozialistische Untergrund“ werden sollte.

Seit der Selbstaufdeckung des NSU am 04.11.2011 gibt es die gesellschaftliche Tendenz, einen Schlussstrich unter den Komplex zu ziehen, ihn damit zum historischen, abgeschlossenen Ereignis zu erklären. Dabei muss klar sein, dass auch die aktuelle rassistische Mobilisierung mit dem NSU verknüpft ist. Nicht nur stehen Beteiligte des Netzwerkes wieder gegen Geflüchtetenunterkünfte auf der Straße, der NSU wird in der Neonazi-Szene auch als Inspiration wahrgenommen.

Bei der Veranstaltung soll der NSU-Komplex in die Geschichte des rechten Terrors bis heute eingeordnet werden. Dabei soll aber auch der aktuelle Stand der Aufklärung nicht zu kurz kommen.

Eine Mobilisierungs- und Infoveranstaltung zur Demonstration am 5.11. in Zwickau

[Veranstaltung bei Facebook]

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Kantine3000 feat. Marcus Staiger: »Die Revolution wird ausdiskutiert. Reportage aus Rojava«

FILE - In this Sunday, March. 3, 2013 file photo, Kurdish female members of the Popular Protection Units stand guard at a check point near the northeastern city of Qamishli, Syria. Syria’s Kurds have dramatically strengthened their hold on the far northeast reaches of the country, carving out territory as they drive out Islamic militant fighters allied to the rebellion and declaring their own civil administration in areas under their control this week amid the chaos of the civil war. The moves could be a first step toward creating an autonomous region similar to one Kurds run across the border as virtually a separate country within Iraq. But the Kurds’ drive has angered rebels fighting to topple Syrian President Bashar Assad. It even worries some Kurds, who suspect the main faction leading the fighting and the new administration is actually acting on behalf of Assad to undermine the rebellion.(AP Photo/Manu Brabo, File)

21. SEPTEMBER | 19 UHR | ROTE FLORA

Marcus Staiger wurde 1971 in Süddeutschland geboren und zog nach dem Abitur nach Berlin. Mit Gelegenheitsjobs hielt er sich über Wasser, arbeitet als Koch und Journalist, begann ein VWL- und Philosophie-Studium und gründete 1998 das Rap-Label Royalbunker. Mit diesem beeinflusste er nachhaltig die deutsche Hip-Hop Szene, entdeckte zahlreiche wichtige Rap-Künstler und Gruppen bevor er im Jahr 2008 für drei Jahre die Chefredaktion der Internetplattform rap.de übernahm.
Seit 2011 arbeitet Staiger als Industriekletterer, freier Autor und Moderator für Medien wie SPEX, Berliner Zeitung, FAZ, JUICE, vice, noisey, vice.TV und 2014 erschien sein Roman „Die Hoffnung ist ein Hundesohn“. Zurzeit schreibt er an seinem zweiten Buch, einer Reportage-Erzählung über eine Reise nach Rojava in Nordsyrien, wo gerade eines der spannendsten gesellschaftlichen Projekte der Moderne stattfindet.
Seit ungefähr drei Jahren ist Marcus Staiger auch in antirassistischen Zusammenhängen aktiv und beschäftigt sich hauptsächlich mit den politischen Rahmenbedingungen, die Menschen zu Geflüchteten machen und unter denen diese dann leben müssen. Er sieht einen direkten Zusammenhang zwischen den Verhältnissen, die auf der einen Seite die Menschen zu Flucht und Migration zwingen und den Verhältnissen, unter denen diese Menschen dann wiederum hierzulande zu leiden haben. Unter dem Motto „Solidarität muss politisch werden“, versucht er im Rahmen seiner Arbeit beim „Bündnis für bedingungsloses Bleiberecht“ aus Berlin, in Zusammenarbeit mit Betroffenen, politische Inhalte in die praktische Arbeit mit Geflüchteten einzubringen. Denn die Gesetze und wirtschaftlichen Regeln unter denen die Welt zu leiden hat, werden zu großen Teilen in den Zentren der westlichen Welt gemacht.
Im Oktober 2015 reiste Marcus Staiger nach Rojava in Nordsyrien, weil er sich mit eigenen Augen von der gelebten Utopie überzeugen wollte, von der in westeuropäischen linken Kreisen so gerne erzählt und geschwärmt wird. Statt des Paradieses auf Erden erlebte er allerdings eine Gesellschaft im Umbruch und Widerspruch. Eine Gesellschaft, die sich im permanenten Diskurs befindet, darüber wie sie leben will. Abgeschnitten von der Hilfe der westlichen Welt, wirtschaftlich geschwächt durch mehrere Embargos, verwickelt in einen Krieg mit dem sogenannten Islamischen Staat, versuchen die Aktivistinnen und Aktivisten der Kurdischen Freiheitsbewegung, die Ideen einer ökologischen basisdemokratischen und geschlechterbefreiten Gesellschaftsordnung voran zu bringen. Marcus sprach mit Vertreterinnen und Vertretern der Justizakademie und der Frauenrats des Kantons Cizre. Er sprach mit Ärzten und Freiwilligen, die ihre Heimat in Westeuropa verlassen haben, um sich dem Projekt Rojava anzuschließen. Er sprach mit Künstlern aus Holland, die ihre ganz eigenen Erfahrungen in Sachen Basisdemokratie machen durften und mit Vertreterinnen der MLKP, die eine wichtige Rolle in der Organisation der Internationalen Brigaden in Rojava spielen. Er ging der Frage nach, ob die Entwicklung in Rojava tatsächlich als Revolution zu bewerten ist und was die Kurdische Freiheitsbewegung unter der Führung der PKK so erfolgreich gemacht hat, dass sie nun tatsächlich die Grundlagen für eine staatenähnliche Verwaltungseinheit schaffen konnten, eine Einheit, die aber eben kein Staat und keine Gewalt sein will.
Mit einer Vielzahl von kleinen Alltagsbeschreibungen, Auszügen aus Interviews und Gesprächen, sowie einer Unmenge an Fotos versucht Marcus an diesem Abend einen Eindruck von seinen Erlebnissen und Erfahrungen zu vermitteln und einige dieser Fragen zu beantworten. Gemeinsam im Gespräch, lassen sich offene Zweifel und Widersprüche vielleicht klären, während sich neue Fragen ergeben werden. Insofern stellt auch dieser Vortrag nur ein weiteres Gesprächsangebot dar, auf der Suche nach einer Alternative zu dem, was ist. Die Revolution wird ausdiskutiert. Venceremos!

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Kantine 3000 Spezial feat. Imke Müller-Hellmann »Verschwunden in Deutschland«

Imke Cover

14. SEPTEMBER | 19 UHR | ROTE FLORA

KANTINE3000, das monatliche Kulturgedöns mit Barabend in der Roten Flora – wie stets mit stilvollen Getränken (Champagner), Essbarem (Kuchen, Muffins, Canapés) und Bier (Bier) – ist zurück aus der Sommerpause, mit einer KANTINE3000 Spezial.

Diesmal mit Lesung und Gespärch mit der Autorin Imke Müller-Hellmann, die ihr Buch »Verschwunden in Deutschland« vorstellt.

Engerhafe, ein Flecken in Ostfriesland, 1944: Das Konzentrationslager der Nationalsozialisten liegt mitten im Dorf, ein abgelegenes Außenlager des KZ Neuengamme, errichtet für 62 Tage zum Bau des Friesenwalls. 2000 Gefangene, ausgesetzt der Kälte, dem Hunger und dem Prügeln der Wächter. 68 Polen, 47 Niederländer, 21 Letten, 17 Franzosen, 9 Russen, 8 Litauer, 5 Deutsche, 4 Esten, 3 Belgier, 2 Italiener, 1 Slowene, 1 Spanier, 1 Tscheche und 1 Däne sterben.
Engerhafe heute: Ein Stein auf dem Friedhof erinnert an die 188 Ermordeten. Wer ist hier begraben? , fragt Imke Müller-Hellmann ihre Großmutter, die 1944 27 Jahre alt war und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Lager lebte. Die Großmutter schwieg und konnte sich den Namen nicht zuwenden, sagt Müller-Hellmann, aber ich kann es.
Elf Familien der KZ-Opfer macht sie ausfindig. Sie reist zu ihnen nach Frankreich, Polen, in die Niederlande, nach Dänemark, Spanien, Lettland und Slowenien. Dort hört sie von Widerstandsgruppen und Partisanen, vom Spanischen Bürgerkrieg und vom Warschauer Aufstand, vom Schweigen in den Familien und dem Leid der Hinterbliebenen. Sie schreibt das Gehörte auf und gibt den Toten damit ihre Geschichten zurück.

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