Streiken, Besetzen, Enteignen! Gemeinsam auf die Straße für eine solidarische Antwort auf die Corona-Krise

Das neue Jahr beginnt wie 2020 endet: Eine Pandemie von historischem Ausmaß hat die gesamte Welt im Griff. Kein Wunder, dass sich Intensivstationen und Leichenhäuser immer weiter füllen: Die Politik verbietet uns zwar den Besuch von Kneipen und Kinos, aber stellt es Unternehmen weiterhin frei, welche Maßnahmen sie zum Infektionsschutz ergreifen. Während Plakatkampagnen an die Verantwortung der Einzelnen appellieren, müssen wir uns jeden Morgen in die überfüllte U-Bahn quetschen, um zur Arbeit oder in Klassenräume zu kommen. Wenn dann auch noch Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger pünktlich zum rasanten Anstieg der Infektions- und Sterbezahlen fordert, dass wir im Kontext schärferer Maßnahmen „vor allem über die Zeit nach Feierabend reden“ sollten, wird deutlich: Auch während einer Pandemie soll die Produktion von Autos, Panzern, Computern unter keinen Umständen stillstehen. Im Kapitalismus bleibt der Profit nun mal wichtiger als Menschenleben.

Nicht in einem Boot!
Zeitgleich werden Politiker innen nicht müde, immer wieder zu betonen, dass wir vor dem Virus doch alle gleich seien. Wir sitzen alle im selben Boot? Von wegen! Denn abgeladen wird die Corona-Krise vor allem auf dem Rücken von jenen, die eh schon immer einen Großteil der schlecht- oder gar unbezahlten Arbeit leisten müssen. Es sind zum Beispiel vor allem Frauen, die sich um Haushalt, Kinder und Beruf gleichzeitig kümmern – seit dem Lockdown noch stärker als eh schon. Anderes Beispiel: Viele Leiharbeiter* innen sind Migrant*innen, mit Werkverträgen schuften sie in den Schlachthöfen von Tönnies & Co, wo zugunsten der Produktion auf »Infektionssschutz« und »Arbeitssicherheit« verzichtet wird. Abkassieren tun derweil andere! Etwa Jeff Bezos, der sein Vermögen seit Beginn der Pandemie um knapp 70 Milliarden auf 182 Milliarden Dollar vergrößern konnte – erarbeitet durch seine Angestellten, die in den überfüllten Lagerhallen von Amazon ihre Gesundheit aufs Spiel setzen müssen.
Das Virus selber trifft vor allem jene am stärksten, die strukturell von nötiger Gesundheitsversorgung ausgeschlossen sind. Jüngste Zahlen zeigen, dass Covid-19 vor allem bei jenen tödlich verläuft, die eh schon am unteren Ende der Kette der Lohnarbeit stehen: „Bei den Patienten und Patientinnen, die wegen Covid-19 auf Normalstationen behandelt wurden, liegen sieben von zehn der am stärksten betroffenen Postleitzahlen-Gebiete gänzlich oder teilweise in Stadtteilen mit niedrigem sozialen Status.“ (Hamburger Morgenpost). Gesundheit ist eben auch in Zeiten der Pandemie eine Klassenfrage und im Kapitalismus bloß eine Ware wie Klopapier, Adidas-Sneaker oder Langstreckenraketen. Das zeigt sich auch am Corona-Impfstoff: Während sich die westlichen Industrieländer erhebliche Dosen gesichert haben, gingen viele arme Staaten leer aus.
Und waren unsere Mieten schon vor Corona fast unbezahlbar, sind sie seit März weiter um Prozentpunkt und Prozentpunkt gestiegen. Damit aber alles noch viel schlimmer wird, drohen Arbeitgeberverbände und Politiker wie Friedrich Merz seit längeren mit Ideen für gigantische Sparprogramme. Um die Gewinne der Unternehmen anzukurbeln, sollen unsere Löhne weiter gedrückt und unsere Arbeitsbedingungen weiter verschlechtert werden. Wollen wir uns das gefallen lassen? Sicher nicht!
Währenddessen häufen sich in den letzten Wochen die Meldungen aus den Geflüchteten-Lagern an der EU-Außengrenze, dass Kinder in ihren Zelten von Ratten angefressen werden. Nach wie vor gilt, dass Rassismus und Verwertungslogik eine menschenverachtende Symbiose bilden, gegen die wir uns mit aller Kraft wenden müssen. Daher fordern wir weiterhin: Grenzen auf – sofort! Solidarität mit allen Geflüchteten!

Gegen den Pseudo-Widerstand von rechts!
Im Windschatten der Pandemie haben sich Reichsbürger, Globuli-Gurus, esoterisches Bürgertum und klassische Nazis zu einem kruden Protestmilieu formiert, dem die kapitalistische Normalität noch nicht brutal genug ist. Auf „Querdenken“-Demos reden sie von „Freiheit“, aber meinen damit bloß, dass sie im Supermarkt keine Maske tragen wollen. Sie reden von „Ungerechtigkeit“, aber sie stört nicht der Kapitalismus – im Gegenteil! Mit ihrem „Alle gegen Alle“ und der Weigerung, auf Risikogruppen Rücksicht zu nehmen, sind Verschwörungsideolog innen der schärfste Ausdruck des Neoliberalismus. Und wo über eine geheime Weltregierung geraunt wird, ist es bis zu Antisemitismus nicht weit.
Klar ist: Wenn Nazis und Verschwörungstheoretiker*innen aufmarschieren, müssen wir sie daran hindern. Doch uns geht es nicht darum, gegen Attila Hildmann und die AfD die organisierte Traurigkeit des Kapitalismus zu verteidigen. Die „Normalität“ war auch schon vor Corona eine Zumutung. Wir gehen stattdessen in die Offensive für eine solidarische Gesellschaft, in der alle haben, was sie wollen und brauchen und jeder ohne Angst verschieden sein kann.

Was tun? Streiken, Besetzten, Enteignen!
So hart die Corona-Krise die Welt auch trifft: Sie hat auch viele alte Gewissheiten aufgesprengt. Der Neoliberalismus befindet sich in einer tiefen Legitimationskrise und wie die Zukunft aussehen wird, ist keinesfalls ausgemacht – sondern Ergebnis gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse. So wie es ist, bleibt es nicht!
Im Kapitalismus wird nicht für die Bedürfnisse der Menschen produziert, sondern ausschließlich für das, was Profit bringt. Wäre es nicht toll, wenn wir stattdessen alle gemeinsam darüber entscheiden können, wie wir arbeiten und wie wir produzieren wollen? Wenn nicht wenige fast alles und alle anderen fast nichts haben? Geld und Ressourcen sind genug da, wir müssen es uns nur nehmen.

Wenn die Löhne sinken und Unternehmen das Klima schädigen
– streiken wir in der Schule und im Betrieb!
Wenn die Mieten steigen und Freiräume verschwinden – organisieren wir einen Mietstreik und besetzen neue Häuser!
Wenn die Reichen reicher werden und wir ärmer: Kämpfen wir für Enteignungen !

2021 werden die Karten neu gemischt: Lasst uns gemeinsam und kämpferisch ins neue Jahr starten! Am 17. Januar demonstrieren wir – mit Abstand, Maske und Rücksicht aufeinander – vom Schanzenviertel in die Innenstadt. Dort werden wir den Corona-Leugner*innen den Raum nehmen, die dort einen „Schweigemarsch“ abhalten wollen.

Für eine solidarische Antwort auf die Corona-Krise: Alles für Alle!

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Antifa, da geht was!

Als am vergangenen Sonntag erneut Corona-Leugner*innen durch die Hamburger Innenstadt marschiert sind, blieben sie nicht ungestört! Hunderte Antifas haben mit Hupen, Tröten und lauten Parolen Krach geschlagen. Sie haben die Route blockiert und die Polizei auf Trab gehalten. Auf dem Jungfernstieg wurden kleine Barrikaden errichtet – Bauzäune, Verkehrspoller und Blumenkästen haben es den Wasserwerfern der Polizei schwerer gemacht als die Einsatzleitung im Vorfeld wohl erwartet hatte. An dieses Potenzial der Gegenproteste kann die Linke ansetzen, wenn sie dem „Querdenken“-Spuk den Garaus machen will. Das ist die gute Nachricht!

Die schlechte Nachricht: Auch die Corona-Leugnerinnen können sich freuen. Ihre Mobilisierung war erfolgreich; deutlich mehr Menschen als erwartet haben sich ihrem kruden Marsch angeschlossen. Verschwörungstheorien dringen immer weiter in die bürgerliche Mitte und erreichen auf dem aktuellen Höhepunkt der Corona-Krise immer mehr Menschen. Das ist verdammt gefährlich: In quasi jedem ihrer Redebeiträge, in jedem Flugblatt stolpert man über Antisemitismus; über rassistische Aussagen und antifeministisches Ressentiment. Der Mob von „Querdenken“ fordert ein Ende aller Infektionsschutzmaßnahmen und ist damit der radikalste Ausdruck der neoliberalen Gegenwart, in dem Solidarität als Schimpfwort gilt. Wenn die Corona-Verschwörungstheoretikerinnen von „Freiheit“ sprechen, ist das reiner Hohn. Sie stört nicht, dass wir die Hälfte unseres Lohns an unseren Vermieter abdrücken müssen oder jeden Tag auf der Arbeit ausgebeutet werden. Sie stört nicht, dass jeden Tag Menschen ins Elend abgeschoben werden oder auf der Straße landen, weil sie ihre Miete nicht mehr zahlen können. Verschwörungstheoretiker*innen stört bloß, dass sie – zum Schutz von Risikogruppen – zum Beispiel eine Maske in der S-Bahn tragen müssen. Der kapitalistische Normalzustand ist ihnen noch zu menschenfreundlich. Dagegen sollten wir immer und immer wieder auf die Straße gehen: Bis der Spuk beendet ist.

Auf den Staat und seine Polizei sollten wir uns beim Kampf gegen die rechten Hetzer von „Querdenken“ nicht verlassen. Am vergangenen Sonntag hat die Polizei – wie viele Male bereits zuvor – gezeigt, auf welcher Seite sie stehen: Nicht auf unserer. Sie haben uns mit Knüppel geschlagen, mit Pfefferspray und Wasserwerfern gejagt. All das, um den Corona-Leugnern einen angenehmen Tag zu bereiten. Obwohl sich bei „Querdenken“ kaum jemand an Abstandsregeln hielt oder eine Maske trug, schritt die Polizei nicht ein. Als dagegen im August auf der Veddel eine Gedenkdemo für die Ermordeten des rechten Attentats in Hanau stattfinden sollte, verhinderte die Polizei das mit einem Großaufgebot, trotz strikter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen. Die Polizei ist nicht blind auf dem rechten Auge: Sie sieht genau was passiert. Und findet es gut! Umso ermutigender, dass wir der Polizei nicht hilflos ausgeliefert sind – der Sonntag hat gezeigt, dass man die Staatsmacht relativ einfach ins Schwitzen bringen kann.

Behalten wir „Querdenken“ weiter im Auge und gehen wir auf die Straße, wenn sie das nächste Mal ihre Hetze verbreiten wollen. Am 5. Dezember wird das in Bremen passieren: Aus ganz Deutschland werden Rechtsradikale zu den dortigen „Querdenken“-Protesten anreisen. Für Infos zu den Gegenprotesten checkt: https://www.facebook.com/bgrbremen/

Und auch in Hamburg gibt es einiges zu tun. Organisiert euch, vernetzt euch. Gründet Gruppen, mobilisiert eure Freund*innen und werdet aktiv. Corona macht vieles schwerer: Wir können uns nur unter unpraktischen Bedingungen bei Veranstaltungen und Demonstrationen treffen, weite Teile des öffentlichen Lebens liegen lahm, was auch politisches Engagement erschwert. Aber nützt ja nix: Gemeinsam in die Offensive! Dabei ist es wichtig, dass wir auch die sozialen Folgen von Corona thematisieren. Während wir in Schulen, auf der Arbeit im Büro und am Fließband zusammengepfercht werden, profitieren von Corona vor allem jene, die auch vorher schon reich waren. Viele müssen um ihre Existenz fürchten und das liegt nicht an satanischen Eliten, wie uns Attila Hildmann erzählen will. Es ist der Kapitalismus, in dem alle unter die Räder geraten, die sich nicht verwerten lassen. Es ist der Kapitalismus, der uns die Klimakrise eingebrockt hat und unser aller Ende bedeutet, wenn wir nicht dem Kapitalismus ein Ende bereiten. Let´s do it!

Alerta!

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Verschwörungsideologien entgegentreten!

Wir dokumentieren hier einen Aufruf für Samstag, den 17.10.:

Verschwörungsideologien entgegentreten!

Seit mehreren Monaten verzeichnen wir eine Zunahme von Verschwörungserzählungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Doch nicht nur bei Großmobilisierungen wie zuletzt am 29. August in Berlin konnten organisierte Neonazis, Reichsbürger, AfD´ler und andere Rechte unbeschwert ihre antisemitischen, antifeministischen und regressiven Weltbilder auf die Straße tragen. Auch in Hamburg scheinen sich mit Querdenken 40 politische Akteure zu etablieren, die in den letzten Monaten seit Beginn der globalen Pandemie eine gefährliche Radikalisierung durchlebt haben. Dass solche Verschwörungsideologie auch in rechten Terror münden können, zeigen uns nicht zuletzt die Attentate in Halle oder Hanau – oder zuletzt in Hamburg.

Einer Normalisierung von rechten Umtrieben werden wir nicht tatenlos zusehen und in unserem Protest dagegen organisiert und kreativ sein. Kommt mit uns am 17. Oktober 2020 auf die Straße! Lasst uns laut sein und dem geplanten „Trauerzug der Demokratie“ und der Kundgebung von Querdenken40 mit ihren antisemitischen Krisenantworten keinen Raum geben. Dazu gehört für uns auch, keine Diskussionen mit den Verschwörungstheoretiker*innen zu führen. Gespräche mit ihnen werten ihre Positionen auf und sind Teil ihrer Strategie. Darüber, ob es diese Pandemie wirklich gibt oder ob sie Teil einer weltweiten Verschwörung sein soll, kann es keine Diskussion geben.

Denn wir sagen: Die Krise ist keine Verschwörung, sie hat System! Sie heißt Kapitalismus! Sie heißt Nationalstaat! Sie heißt Rassismus! Sie vollzieht sich an den mörderischen Außengrenzen Europas: In seinem rassistisch legitimierten Lagersystemen, wie etwa in Moria und nicht in der Wohlstandsverwahrlosung der Corona-Leugner*innen. Sie vollzieht sich in einem europaweit kaputtgesparten Gesundheits- und Sozialsystem: Sie trifft dabei gesundheitlich und ökonomisch jene am schwersten, die in diesem System sowieso schon die pekärsten Arbeits- und Lebensbedingungen haben.

Nicht das Tragen von Masken und die gegenseitige Rücksichtnahme zugunsten derer, die einer Risikogruppe angehören, ist das Problem: Die gesellschaftlichen Verhältnisse sind es!

Organisiert euch in Bezugsgruppen, bringt Transpis und alles mit, was Krach macht!

Kommt zum Treffpunkt der Rechten:
12 Uhr Mönckebergstraße bei Saturn
(Um 15 Uhr soll ihre Abschlusskundgebung am Jungfernstieg stattfinden.)

Tragt aus Hygieneschutzgründen bitte unbedingt Masken – diese helfen auch, euch vor den massiven Filmaufnahmen aus dem Umfeld von Querdenken40 zu schützen.

Für aktuelle Infos checkt die Hashtags #NoNazisHH & #CoronaWatchHH bei Twitter.

Auf geht’s Antifa!

Plakat zum ausdrucken und plakatieren

 

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3 Jahre Oidorno! 6 Jahre Grow! 30 Jahre Rote Flora!

Was ist besser als einen (!) Geburtstag zu feiern? Richtig: Drei Geburtstage gleichzeitig feiern. Am 30. Oktober laden die Geburtstagskinder Oidorno, die Gruppe für den organisierten Widerspruch (Grow) und die Rote Flora deshalb zu einem feierlichen Besäufnis ein, das sich gewaschen hat (anders als die Bands auf der Bühne).

Der Abend beginnt mit einem fulminanten Kneipenquiz zu 30 Jahren Rote Flora. Auf das Gewinner*innen-Team warten tolle Preise aus dem True Rebel Store und ein exklusives (!) Merch-Paket von Oidorno (und „exklusiv“ meint selbstverständlich irgendwelche Restposten, die wir im Lager von Audiolith Records geklaut haben, nachdem Lars „Oi-Verräter“ Lewerenz mal wieder morgens um 15 Uhr betrunken an seinem Schreibtisch eingeschlafen ist).

Im Anschluss entern tolle Bands wie „Hinterm Golfplatz links“ und „Loser Youth“ die Bühne, die Oidorno und Grow seit vielen Jahren begleiten – seid gespannt. Und finally werden Oidorno gegen Mitternacht das vorläufig letztes Konzert ihrer „Karriere“ spielen. Nach diesem Auftritt wird die Band leider eine längere Pause einlegen und dann überlegen, ob sie sich auflöst. Es könnte also leider die letzte Möglichkeit sein, Oidorno noch einmal live zu sehen, bevor sie sich neben anderen Rockgrößen wie Beatles und Sex Pistols zu Ruhe setzen.

19 Uhr: Einlass
20 Uhr: Beginn (!) Kneipenquiz
21.30 Uhr: Einlass zum Konzert

Es wird voll werden, deshalb gibt es einiges zu beachten: Wer zum Kneipenquiz kommt, bekommt einen Stempel, der auch für das Konzert gültig ist. Wenn der Raum für das Kneipenquiz voll ist, ist er voll – wir werden jedoch darüberhinaus zwischen 19 Uhr und 20 Uhr ein bestimmtes Kontingent an Stempeln rausgeben. Zwischen 20 Uhr und 21.30 Uhr gibt es keinen Einlass – es wird aber definitiv ab 21.30 Uhr noch die Möglichkeit für Nachzügler*innen geben, Stempel zu bekommen. Aber klar: Ausverkauft ist ausverkauft. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, kommt möglichst früh, logisch. Solltet ihr nicht zum Kneipenquiz wollen, sondern zwischendurch zum Fußball oder Lesekreis gehen oder zum Grey’s Anatomy gucken, könnt ihr euch gerne schon ab 19 Uhr einen Stempel holen. Oder halt irgendwann später euer Glück versuchen.

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Hart Backbord! Deutschland ist keine Alternative

03. OKTOBER |13:00 UHR | HEIDI KABEL PLATZ (HBF)

Nika Hamburg ruft zu einer Demonstration gegen den „Tag der deutschen Einheit“ am 3. Oktober in Hamburg auf.

Während die alljährliche schwarz-rot-goldene Partymeile zum „Tag der deutschen Einheit“ in Berlin einen los macht, werden wir benennen, dass die Gegner*innen einer freien und solidarischen Gesellschaft sowie die Wegbereiter*innen des autoritären Staates nicht nur am rechten Rand sitzen, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft.
Auch an diesem 3. Oktober werden Medien, Staat und Parteien wieder beschwören, was Deutschland doch für ein weltoffenes Land sei. Eine Behauptung, die zynischer kaum sein könnte. Was gibt es hierzulande zu feiern? Den völkischen Mob? Hunderte rassistische Morde seit 1990? Die Militarisierung der Innenpolitik, wie sie zum Beispiel in den neuen Polizeigesetzen in Bayern, NRW und Niedersachen zum Ausdruck kommt – dem schärfsten Polizeigesetz seit 1945?
Wir finden: Deutschland ist kein Grund zu feiern!

Gegen die Festung Europa und ihre Fans
Anders als es die Bundesregierung darstellt, sind die Toten im Mittelmeer keine Naturkatastrophe, sondern blutiges Ergebnis politischer Entscheidungen. Seit Anfang des Jahres sind bereits über 1500 flüchtende Menschen im Mittelmeer ertrunken. Die Staaten der Europäischen Union wären sehr wohl dazu in der Lage, das Sterben im Mittelmeer zu beenden, doch fehlt der politische Wille. Die EU riegelt stattdessen unter deutscher Vorherrschaft die europäischen Außengrenzen militärisch ab. Hilfsorganisationen wie „Sea Watch“, die im Mittelmeer zivile Seenotrettung betreiben, werden sabotiert, diffamiert und vor Gericht gezerrt. Es wird unmissverständlich klargestellt: Geflüchtete sollen höchstens dann bleiben dürfen, wenn sie wirtschaftlich „nützlich“ sind.

Deutschland ist bei all diesen Widerwärtigkeiten ganz vorne mit dabei. Vermeintlich getrieben vom Druck der AfD, sind es vor allem die großen Volksparteien von CDU/CSU, über die SPD, bis hin zu den Grünen, die dem Ruf rechter Demagog*innen und des deutschen Mobs folgen und in die Realität umsetzen. Neu ist das nicht. Bereits in den 1990er Jahren war es nicht die extreme Rechte, die die Verschärfung des Asylrechts umsetzte,  sondern CDU/CSU und FDP, die mit den Stimmen der damals oppositionellen SPD das Grundrecht auf Asyl faktisch abschafften. Heute sind es wieder SPD und CDU, die die autoritäre Formierung mit Asylrechtsverschärfungen und neuen Gesetzen, die unter anderem der Bullen polizeistaatliche Befugnisse verleihen, während sie im Bundestag große Reden gegen die AfD schwingen.

Deutsche Zustände
Während die bürgerlichen Parteien sich als Verteidiger*innen der Demokratie aufspielen und damit de facto rechtspopulistische Positionen vorantreiben, formiert sich der Mob. In ganz Deutschland brennen wieder Unterkünfte geflüchteter Menschen und hinter dem Ruf „Wir sind das Volk“ versammeln sich auch rechte Schlägerbanden. Gerade in den letzten Wochen konnten wir unter anderem in Chemnitz und Köthen gut beobachten, zu welchen Mitteln sie in Zeiten wie diesen zu greifen bereit und in der Lage sind. Ein Blick in die Vergangenheit kann uns Hinweise auf die Zukunft geben: Bereits Anfang der 90er brannten in Deutschland unzählige Asylunterkünfte. Die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda haben damals schon gezeigt, welche Wirkmächtigkeit Nationalismus und völkische Ideologie in Deutschland immer noch haben. In diesem Klima entstand der NSU. Rassistische Morde und rechter Terror konnten in nationalem Taumel und rassistischen Exzessen gedeihen.

Das bürgerliche Lob auf die Nation und das Grölen des rechten Mobs sind keine unbedingten Gegensätze, sondern zwei Seiten der gleichen Medaille. Die nationalistische Verklärung des vermeintlichen Zusammenwirkens von Staat, Volk und Kapital zum Wohle jede*r einzelnen Staatsbürger*in, birgt immer auch die Abwertung all derjenigen, die ausgeschlossen werden.   Dabei geht es nicht um die Verbesserung der eigenen Lebenssituation, sondern um das autoritäre Verlangen, dass es „den Andren“ wenigstens schlechter gehen soll. Es offenbart sich eine Symbiose aus Rassismus, kapitalistischer Verwertungslogik und Nationalismus, die gepaart mit Antifeminismus und Antisemitismus nicht ohne Grund schon einmal den Weg in den Nationalsozialismus geebnet hat.

Für etwas Besseres als die Nation! 
Angesichts dieser Verhältnisse ist Deutschland definitiv keinen Grund zu feiern. Nationalismus ist keine Alternative. Und erst recht ist er keine Antwort auf den berechtigten Hass über die bestehenden Verhältnisse.
Lasst uns unseren unversöhnlichen Widerstand gegen diese Zustände auf die Straßen Hamburgs tragen. Lasst uns nicht tatenlos zusehen, wenn sich der deutsche Mob formiert.

Lasst uns am 3. Oktober gemeinsam gegen Staat, Nation und Kapital demonstrieren. Für eine solidarische Gesellschaft jenseits von Rassismus, Antisemitismus und Verwertungslogik.
Für eine Gesellschaft, in der alle unabhängig von Herkunft und Geschlecht leben können wie sie wollen. Für eine Gesellschaft ohne Grenzen und Pässe. Für eine Gesellschaft, in der alle haben was sie brauchen und wollen.

Nie wieder Deutschland!
Nationalismus ist keine Alternative Hamburg
www.hamburg.nika.mobi

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I THINK IT´S TIME NOW: Der konkrete Mann

otb

07. September | 19:00 UHR | ROTE FLORA

I THINK IT´S TIME NOW: Der konkrete Mann – oder: Soll man Männer als Männer kritisieren?

Szenisches Streitgespräch über das Alltagsleben als feministisches Kampffeld

Das Private ist politisch: Eine Erkenntnis, die in den Siebzigerjahren zur Kampflosung der zweiten Frauenbewegung wurde, weil Frauen in der patriarchalen Welt weitgehend auf das Private beschränkt wurden. Auf Heim und Familie, auf Gebären und Kindererziehung, auf Emotionalität und mütterliche Vermittlerinnen-Rolle.

Die Frauenbewegung forderte daher folgerichtig: Lasst uns die gesellschaftlichen Handlungszonen für Frauen aufgesprengen und die hierarchische Trennung zwischen „öffentlich“ und „privat“ aufheben. Nicht selten reagierten Männer darauf mit hämisch-panischer Abwehr.

Andere Männer wiederum begriffen, dass die Emanzipation der Frauen auch sie von der Bürde ihres Geschlechtscharakters befreien kann, der sie auf Autorität und Aggression festschreibt. Kurzerhand schlossen sie sich der Frauenbewegung an.

Wie sieht es heute aus? Was haben die Errungenschaften der feministischen Bewegungen zum Positiven verändert, wo schnappen weiterhin alte patriarchale Rollenmuster zu – trotz oder gar wegen der Geschlechterflexibilisierung, die sich in den letzten Jahren etablieren konnte? Und vor allem: Wie sieht es damit bei uns aus, in einer Linken, die sich weitgehend als feministisch begreift?

Euch erwartet ein szenisches Streitgespräch mit Kelly und Andra, einem Barkeeper, Freya Lombardi, der Schwarzen Botin, Freiheit aus einem Männermund, outside the box und viel Bier. Im Anschluss an die Lesung: Barabend!

Eine Veranstaltung der Gruppe für den organisierten Widerspruch in Kooperation mit „Projekt revolutionäre Perspektive“ und „Outside the box“ – eine Ende 2008 in Leipzig gegründete Zeitschrift, die sich einer umfassenden Gesellschaftskritik mit feministischem Fokus verschrieben hat.

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What about riot? Eine Theorie des Aufstands

Wir schließen uns den Genoss*innen von PRP an:

Kurze Anmerkung zum Roten Abend vom 6. Juli 2018

Liebe Besucher*innen des Roten Abends, wir möchten, dass sich bei unseren Veranstaltungen alle Teilnehmenden wohlfühlen und insbesondere niemand diskriminiert oder beleidigt wird. Die Verwendung rassistischer Begriffe tut das immer, selbst wenn dies vielleicht nicht beabsichtigt ist.

Leider konnten wir diesen Anspruch am 6. Juli nicht gewährleisten, weshalb wir uns entschieden, die Veranstaltung vorzeitig abzubrechen. Wir möchten uns hier nochmal bei allen Anwesenden entschuldigen.

06. JULI | EINLASS: 19:00 UHR BEGINN: 20:00 UHR | ROTE FLORA

Eine gemeinsame Veranstaltung der Gruppe für den organisierten Widerspruch (Grow) und des Projekts Revolutionäre Perspektive (PRP).

Waren die Feuern auf dem Schulterblatt nun der Vorschein von
Emanzipation, eine Reaktion auf die Gewalt der Polizei und die
Zumutungen des Kapitalismus oder doch nur sinnentleerte und unpolitische Randale? Ein Jahr nach dem G20-Gipfel wollen wir uns fernab von verklärender Romantisierung oder vorschneller Distanzierung dem Phänomen des Riot annähern.

Welche gesellschaftlichen Widersprüche artikulieren sich im Aufstand, wie lassen sich solche Momente sozialgeschichtlich verstehen und wer sind die Akteure darin? Was hat all das mit dem Wandel von Arbeits- und Produktionsverhältnissen und damit den heutigen Formen des Kapitalismus zu tun? Antworten auf diese Fragen ersetzen die politische Auseinandersetzung mit dem konkreten Geschehen in Hamburg nicht, können aber helfen die Ereignisse theoretisch besser einzuordnen.

Achim Szepanski analysiert in seinem Vortrag unter anderem die Protestaktionen gegen den G-20 Gipfel und stellt eine Theorie des Aufstands vor. Angereichert werden seine Ausführungen durch die Rezeptionen ausgewählter Presse- und Medienberichte.

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Kantine 3000: »Der Torpedokäfer – Aus dem abenteuerlichen Leben des Franz Jung«

06. JUNI | EINLASS: 19:00 UHR BEGINN: 19:30 UHR | ROTE FLORA

Lesung: Jörg Pohl und Hanna Mittelstädt | Live-Musik: HF Coltello (E-Gitarre) | Film: Marija Petrovic | Buch: Der Weg nach unten, von Franz Jung (Edition Nautilus)

Franz Jung (1888 – 1963): Einer der wichtigsten politisch-literarischen Autoren deutscher Sprache. Er war literarisch nicht nur überaus produktiv, er schrieb auch eine der aufsehenerregendsten und schonungslosesten Autobiographien des 20. Jahrhunderts (Der Weg nach unten, Arbeitstitel: Der Torpedokäfer) Um nach Russland zu Lenin zu gelangen, kaperte er 1921 zusammen mit einem Genossen ein Schiff. Wegen Schiffsraub auf hoher See gesucht und in den Niederlanden untergetaucht, wurde er von dort in die Sowjetunion abgeschoben, wo er eine Streichholzfabrik in Nowgorod aufbaute, so erfolgreich, dass die UdSSR sie an einen schwedischen Konzern verkaufen konnte. Franz Jung war immer außerhalb der Institutionen und Parteien am Schnittpunkt von Literatur und Politik involviert, darüber hinaus Börsenfachmann und Bohémien, eine extrem schillernde und bis heute inspirierende und verstörende Figur.

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KANTINE3000: Szenische Lesung „Bezahlt wird nicht“

09. MAI | 19:30 UHR | ROTE FLORA

Ein Mailänder Vorort. Kurzarbeit. Wirtschaftskrise. Übermäßig gestiegene Supermarktpreise. Die Frauen des Viertels sind sauer. Kollektiv beschließen sie, nur noch das zu zahlen, was sie für angemessen halten. Manchmal halt auch gar nichts, proletarisches Einkaufen eben. Das führt zum Konflikt mit den gesetzestreuen Ehemännern. Und dann gibt es auch noch Hausdurchsuchungen…

Eine »Farce im Dienste des Klassenkampfes« und viel Improvisation zur Erinnerung an eine kaum noch vorstellbare Zeit und die Krisenreaktionen von damals.

Eine szenische Lesung des Buchs »Bezahlt wird nicht« von Nobelpreisträger Dario Fo. Auf der Bühne folgende Schauspielgrößen und Gewinner*innen ungezählter Preise:

Kai Hufnagel (u.a. Deutsches Schauspielhaus in Hamburg)
Denis Moschitto ( »Aus dem Nichts«)
Pheline Roggan (»Soul Kitchen«)
Michael Weber (Deutsches Schauspielhaus in Hamburg)
Gala Winter (Deutsches Schauspielhaus in Hamburg)

eingerichtet von Thomas Ebermann und Simone Rozalija Thiele.

»Wir sind überzeugt, dass im Gelächter, im Grotesken der Satire der höchste Ausdruck des Zweifels liegt, die wichtigste Hilfe der Vernunft.« (Dario Fo)

KANTINE3000, das monatliche Kulturgedöns mit Barabend in der Roten Flora – wie stets mit stilvollen Getränken (Champagner), Essbarem (Kuchen, Muffins, Canapés) und Bier (Bier).

KANTINE3000, das monatliche Kulturgedöns mit Barabend in der Roten Flora – wie stets mit stilvollen Getränken (Champagner), Essbarem (Kuchen, Muffins, Canapés) und Bier (Bier).

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Kantine3000: »Leute machen Kleider« (feat. Imke Müller-Hellmann)

18. APRIL | 19:00 UHR | ROTE FLORA

Buchvorstellung und Gespräch mit Imke Müller-Hellmann

Ein alltäglicher Morgen: Aufstehen, ins Bad gehen, sich ankleiden. Doch was wäre, wenn aus dem Schrank die Menschen klettern würden, die die Kleidung hergestellt haben? Was würden sie von ihrer Arbeit und von ihrem Leben erzählen? Imke Müller-Hellmann nimmt ihre Lieblingskleidungsstücke und fährt los: Bangladesch, Vietnam, Portugal, Deutschland, China…
Sie lernt die Näherin ihrer Fleecejacke kennen, den Textilveredler von Slip Claudia und die Spinnerin des Garns ihrer Wandersocken. Sie interviewt Firmenchefs in deutschen Luxushotels und Manager auf staubigen, bengalischen Pisten, fährt an chinesischen Betriebstoren vor und bedankt sich bei den verblüfften Angestellten für ihre Lieblingsjacke. Wovon träumt eine Wanderarbeiterin in China, die 10 bis 12 Stunden am Tag unter Neonlicht näht? Was erhofft sich ein Näher in Bangladesch von seiner Zukunft? Was eine Schuhmacherin in Portugal?
Doch bis sie die Menschen besuchen und kennenlernen kann, braucht es Beharrlichkeit. Die Autorin ringt mit den Firmen ihrer Kleidungsmarken um die Herausgabe der Zulieferernamen und bittet Gewerkschaften um Hilfe bei der Suche.
Leute machen Kleider ist eine Reise durch die globale Textilproduktion, voller Begegnungen und überraschender Einblicke in eine weltweit vernetzte, gigantische Industrie. Ein Buch, das vor allem von den Menschen erzählt, die weit weg zu sein scheinen, es aber über ihre Kleidung – getragen auf der Haut – nicht sind.

KANTINE3000, das monatliche Kulturgedöns mit Barabend in der Roten Flora – wie stets mit stilvollen Getränken (Champagner), Essbarem (Kuchen, Muffins, Canapés) und Bier (Bier).

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