Kantine3000: »Frau Doktor liest Gisela Elsner«

21. JUNI | 19 UHR | ROTE FLORA
Gisela Elsner wuchs in einer großbürgerlichen Industriellenfamilie in Nürnberg auf. Sie studierte Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaften in Wien und lebte im Anschluss als freie Schriftstellerin.
In ihrem Werk verarbeitet sie ihre Erfahrungen in der (post)faschistischen Bundesrepublik sowie ihre Opposition gegen alles Bürgerliche. Ihr satirischer Blick auf die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft sorgte ihrerzeit für viel Aufsehen.
Ihr Leben lang litt sie unter dem Zweispalt zwischen ihrer bürgerlichen Herkunft und der genannten Opposition. Eine Mischung aus wirtschaftlichen Problemen, literarischer Erfolglosigkeit sowie sozialer Isolation veranlasste sie 1992 ihrem Leben durch einen Sprung aus dem Fenster ein Ende zu setzen.
In diesem Jahr wäre Gisela Elsner 80 Jahre alt geworden.

An diesem Abend wird Frau Doktor aus dem erst 2007 veröffentlichten Roman „Heilig Blut“ lesen, den der Verbrecher Verlag im Zuge einer Werkausgabe verlegte. Der Verlag beschreibt wie folgt:
„Dieser Roman ist eine Rarität, denn zu Lebzeiten der vor 15 Jahren verstorbenen Gisela Elsner erschien „Heilig Blut“ nur in russischer Übersetzung. Dabei war eine Publikation des Romans geplant, doch Auseinandersetzungen zwischen der Autorin und ihrem damaligen Verlag verhinderten letztlich ein Erscheinen des Textes. Diese Ausgabe, die von der Germanistin Christine Künzel nach dem Manuskript letzter Hand herausgegeben wird, ist also eine deutsche Erstveröffentlichung.
In „Heilig Blut“ nimmt Elsner die national geprägte Jägerkultur aufs Korn. Ältere Herren nehmen den Sohn eines erkrankten Kameraden mit in ihre Jagdhütte, um ihn das Leben zu lehren – eine Geschichte mit tödlichen Folgen. Wie stets nimmt sich Gisela Elsner auch in „Heilig Blut“ die Zeit, um deutsche Gemütlichkeit in ihrer ganzen Grauenhaftigkeit zu zeigen.“ (Verbrecher Verlag)

Frau Doktor wohnt in Leipzig ist seit rund 10 Jahren als Polittunte unterwegs. In ihren Bühnenshows kritisiert sie die Heteronormativität der Gesellschaft, die einengend auf die Entfaltungsmöglichkeit der Menschen einwirkt.


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